The Great Outdoors – Ein Interview mit Markus Sämmer

von Katrin
The Great Outdoors – Ein Interview mit Markus Sämmer

The Great Outdoors ist ein, mit viel Liebe gestaltetes Buch indem es viele Rezepte für Trips für Unterwegs und zu Hause gibt. Alles fing mit einem Trip durch Australien an. Diese wunderbare Reise dauerte fast ein ganzes Jahr, in dem Markus Sämmer, Autor des Buches, über 40.000km zurücklegte und einmal an der Küste Australiens entlang rund um den ganzen Kontinent fuhr. Unzählige Nächte hat er unter freiem Himmel verbracht. Während dieser Zeit sind viele Ideen und Rezepte entstanden, die nun auch ihren Weg in dieses Buch finden.

 

©Markus Sämmer

 

Hallo Markus stell Dich unseren Lesern bitte mal kurz vor.
Servus, mein Name ist Markus Sämmer. Ich wohne am Ammersee in Bayern und betreibe hier seit 13 Jahren meine eigene Catering-Firma. Ich bin ausgebildeter Koch und habe lange in der Münchner Spitzengastronomie gearbeitet. Zum Kochen kam ich durch reine Leidenschaft und habe dafür meine Ingenieurs-Laufbahn hingeschmissen. Ich habe immer versucht, meinen Träumen zu folgen und mir selbst treu zu bleiben.

 

 

Vor kurzem hast du das Kochbuch The Great Outdoors herausgebracht.
Wie kam es dazu und was war deine Motivation?
Ich bin selbst ein totaler Outdoor-Fan und liebe es in meinem Bus auf Tour zu gehen. Da ich mich schon lange mit den begrenzten Möglichkeiten der Camping-Küche und mit gesunder Sport-Ernährung beschäftige und zudem noch Koch mit Leib und Seele bin, habe ich die Idee schon viele Jahre mit mir herumgetragen bis ich sie endlich mal zu Papier gebracht habe. Ich wollte auch ein paar Tipps und Kniffe weitergeben, die das Kochen draußen erleichtern.
Trotzdem funktionieren natürlich auch alle Rezepte in meinem Buch easy zu Hause und eignen sich als schnelle, gesunde Alltagskost.

Das Buch ist voll mit wunderbaren Rezepten. Wie kam es zur Auswahl?
Ich habe mich vor allem daran orientiert, wie sich ein aktiver Tag draußen abspielt. Welche Gerichte, Snacks und Getränke zu welcher Tageszeit und zu welcher Aktivität passen. Natürlich habe ich auch daran gedacht, welche Zutaten leicht zu bekommen sind oder sogar immer übrig bleiben, wie zum Beispiel Brot. Das Ganze geht, nach den ersten Vorbereitungen zu Hause, natürlich bei einem gesunden Frühstück los. Dann braucht es schnelle Gerichte zum Akkus laden am Mittag und Picknick-Gerichte zum einpacken für unterwegs. Ein toller Tag draußen endet mit einem tollen Essen, je nach Wetter entweder drinnen im Bus oder draußen am Feuer oder Grill, auch hier habe ich bei den Rezepten unterschieden. Wer will schon im Bus Fisch oder Fleisch braten oder im strömenden Regen draußen grillen?

 

 

Was hat dich an Australien am meisten fasziniert und wie hat die australische Küche dein Kochen beeinflusst?Fasziniert hat mich vor allem die grenzenlose Freiheit, die Entspanntheit der Leute und die Natur. Damals bin ich 45.000km rund um und quer durch den Kontinent gefahren, mit allem was man zum einfachen Camping braucht.

Im Outback lernt man schnell, wie man sich auch für eine längere Fahrt ohne Einkaufs-Möglichkeiten eindeckt und welche Gerichte immer funktionieren und Abwechslung in den Speiseplan bringen.

Zwei Angelruten, ein Surfboard und Tauchausrüstung durften natürlich auch noch mit.

Die australische Küche hat mich nur bedingt beeinflusst. Auf Meat Pies und ähnliches kann ich bis heute gut verzichten. Allerdings findet man überall in Australien extra gebaute Grill-Stellen und auch die Aussies lieben BBQ. Ich habe viel Fisch selbst gefangen und gegrillt, ab und an natürlich auch mal ein Steak.

 

 

Wie viel Australien steckt in dem Buch?
Oft habe ich, wenn ich mal in Hostels geschlafen habe, auf Märkten tolles frisches Obst und Gemüse gekauft und dann für eine große Runde in der Hostel-Küche aufgekocht. Das war immer mega lustig und so habe ich auch eine Menge Leute kennengelernt. Thai-Currys, Quinoa-Gerichte, Pasta und solche Sachen waren immer beliebt.

Einige Gerichte, die ich im Outback immer als Backup dabei hatte, finden sich heute auch in meinem Buch. So z.B. das Western-Frühstück, die Penne Tonno oder zwei der Eintopf-Gerichte.

Wie kam es zu dem Namen: The Great Outdoors?
Ich habe einen Namen gesucht, der sofort mit der Stimmung des draußen seins in Verbindung gebracht wird. Mir war es auch wichtig, daß der Name bei einer Übersetzung des Buchs ins Englische erhalten bleibt. Die ganzen Anglizismen passen für mich auch zu der Outdoor-Szene und sein mir hoffentlich verziehen.

 

 

In dem Buch werden die unterschiedlichsten Outdoor-Sportarten aufgegriffen.
Was fasziniert dich davon am meisten und wie steht es eigentlich mit Surfen?
Ich bin schon sehr lange ein leidenschaftlicher Bergsteiger und Kletterer. Surfen gehe ich auch – schon seit fast 20 Jahren. In meiner Zeit in Australien konnte ich fast jeden Tags raus aufs Wasser. Zu Hause ist Surfen leider ein Urlaubs-Sport und wenn man es so wie ich gerade nur einmal im Jahr schafft auf Wasser zu kommen, ist die Wellenausbeute leider eher gering. Freunde von uns sind an die Algarve nach Portugal ausgewandert und wir planen sie öfters zu besuchen und so wieder mindestens zwei Surftrips pro Saison unterzubringen.

 

 

Das erste Buch ist veröffentlicht – Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Natürlich werdet Ihr auch weiterhin von mir hören. Ich arbeite gerade an einigen spannenden Projekten und habe vor kurzem auch mit der Arbeit an meinem nächsten Buch begonnen ..:-)

Du bist viel auf Reisen – Welches Land reizt dich in kulinarische Hinsicht am meisten?
Wenn wir mit dem Bus unterwegs sind zieht es uns oft nach Südtirol und Italien. Da gibt es für mich immer noch so viel regionale Spezialitäten zu entdecken. Allgemein liebe ich die mediterrane Küche sehr. Bei einem Surftrip nach Bali habe ich die vielfältige Indo-Küche lieben gelernt, bei einer Geschäftsreise nach Hong Kong wurde ich schließlich komplett verzaubert. Unglaublich was die Hong-Kong-Küche zu bieten hat. Einflüsse von verschiedenen Volksgruppen, abgefahrenen Zutaten und ein riesiges Spektrum von Gerichten haben mich dort kulinarisch total begeistert.

 

 

Was war das verrückteste was du je gegessen hast und wo war es?
Das war definitiv in Hong Kong. Einmal habe ich zur Begeisterung meiner Gastgeber nach Anweisung höflich den Hals und den Kopf einer gebratenen Taube abgenagt. Das war wohl eine große Ehre, da im Kopf die Seele des Tieres wohnen soll und so angeblich die Kraft auf den Esser übergeht. Hat wirklich köstlich und dank der Marinade sehr zart und honigsüß geschmeckt, fliegen kann ich leider bis heute nicht. Dann gab es da auch gedämpfte Wollhand-Krabben. Die gibt es nur eine sehr kurze Zeit im Jahr, sie werden lebend zur Ansicht an den Tisch gebracht. Wenn man sie dann nach dem Garen wieder serviert bekommt, klappt man den kompletten Panzer auf und löffelt das darunter liegende Gewabbel heraus. Geschmacklich ein echtes Highlight, dass eher an nussiges Eigelb mit flüssiger Butter als an Krabbe erinnert.

Ihr könnt das Buch hier erwerben:
https://www.the-great-outdoors.de/

Fotos vom Buch: Katrin Behrens
Porträtfoto: Markus Sämmer, The Great Outdoors

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