Die Liebe zum Norden – coldwatermag

von Katrin
Die Liebe zum Norden – coldwatermag

Eine kalte Brise, taube Fingerspitze und langsam immer mehr frierende Füsse machen den beiden nichts aus. Clemens und Isa haben sich dem nicht nur kühlen sondern eher kalten Nass der Nord- und Ostsee verschrieben und präsentieren uns auf ihrem Blog coldwatermag immer wieder faszinierende Geschichten und Fotos von wunderschönen Wellen, fernab vom großen Surftourismus.

 

Stellt euch doch erstmal vor – und wie kamt ihr zum Surfen:

Wir sind Isa und Clemens und kommen aus Flensburg. Das Meer war also nie weit und Dänemark ist direkt um die Ecke. Clemens ist schon früher immer mit seinem Vater dorthin gefahren. Er und seine Kumpels sind seit den 80ern fast jedes Wochenende hoch gefahren. Die Liebe zu den Wellen hat Clemens also quasi geerbt. Ab 2007 kamen meine ersten Versuche im dänischen Weißwasser und spätestens seit 2009 fahren wir so oft und so viel wie möglich surfen. Meist mit dem Bus nach Dänemark oder auch an andere europäische Küsten. Mit Coldwatermag haben wir im Sommer 2014 begonnen, ursprünglich einfach um unsere zahlreichen Bilder und Geschichten zu teilen.

 

©coldwatermag

 

Der Norden von Deutschland ist eure Heimat, was gefällt euch so daran?

Das Meer ist vor der Tür. Selbst wenn die Flensburger Förde keine Wellen produziert, ist es für uns undenkbar von der Küste wegzuziehen. Der Weg zum Surfen an die Nordsee oder Ostsee ist hier besonders kurz und das wissen wir wirklich zu schätzen, selbst im Vergleich zu Kielern oder Hamburgern die 1-3 Stunden länger fahren müssen. Ansonsten hat man im Norden immer noch ein Gefühl von unausgetretenen Pfaden. Es ist leerer als im Süden, es gibt noch viel zu entdecken und ist einfach herrlich.

 

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Habt ihr einen Local’s Only Secret Spot?

Klar gibt es noch Spots, die weniger bekannt sind. Über diese muss man auch nicht unbedingt viel reden. Dennoch stehen wir Localism ziemlich kritisch gegenüber, egal ob bei uns oder in wärmeren Gefilden. 

Euren Blog gibt es ja schon eine ganze Weile – welche Story ist euch bis jetzt am meisten im Kopf geblieben/hat euch am meisten beeindruckt?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Unsere Swell-Artikel sind für uns wie ein Archiv unserer ganzen Trips nach Dänemark mit den jeweils schönsten Fotos. Die guckt man sich immer wieder gerne an und schwelgt in Erinnerungen, besonders wenn man gerade nicht ins Wasser kommt. Ein Wintertag vor zwei Jahren muss einer der besten Tage überhaupt gewesen sein. Clemens schwärmt noch heute davon und ich ärgere mich grün und blau, dass ich an dem Tag nicht mitkonnte!
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Wo soll es als nächstes hingehen – wieder Island oder doch mal nach Bali?

Island war einfach atemberaubend. Leider waren wir nur kurz dort und haben die Bretter diesmal schweren Herzens zu Hause gelassen. Daher wäre es der absolute Traum, einmal mit Bus und Brettern die gesamte Insel zu erkunden. Auf unserer Liste stehen so einige Ziele, die meisten sind tatsächlich eher in den kälteren Breitengraden. Mittel- und Südamerika wäre aber auch mal spannend und würde uns fast mehr reizen als Bali.

 

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Nordsee oder Ostsee – was ist euer Favorit und warum?

Beides ist toll. Bei der Ostsee hat man noch stärker das Gefühl von „Zuhause surfen gehen“. Unser Herz hängt aber noch mehr an der Nordsee. Wir lieben die Trips an die dänische Westküste, die Dünen, das Licht. Sie hält noch mehr Schätze bereit und kann im Gegensatz zu unserer Ostsee auch windstill und perfekt sein. Wenn man sich allerdings Bilder aus Polen oder Schweden anschaut müssen wir der Ostsee vielleicht doch noch mal `ne Chance geben.

 

Was war eure lustigste/komischste Begegnung im Wasser?

Ich habe einmal mein Longboard fast auf einem kleinen Seehund geparkt. Neben all den Steinen haben wir ihn kaum gesehen. Mit Tümmlern oder Seehunden zu surfen ist immer genial und macht einfach glücklich.

 

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Was macht das Surfen im Norden und ja auch im ganz hohen Norden so besonders?

Es ist noch deutlich leerer als im Süden. Surfen hat noch mehr mit der Suche und Commitment zu tun. Sich während der kalten Jahreszeit in 6 Millimeter Neopren zu quetschen ist nicht für jedermann, andererseits ist es eigentlich gar nicht so schlimm auch im Winter surfen zu gehen. Man kann noch so viel entdecken.

 

Was war der nördlichste Surf den ihr bis jetzt hattet und welcher war der kälteste?

Geographisch gesehen tatsächlich Norddänemark. Wassertemperatur 3-4 Grad, aber viel schlimmer ist es eigentlich, wenn viel eiskalter Wind dabei ist wie oftmals an der Ostsee im Winter.

 

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Was sind eure Ziele – wo soll es mit dem coldwatermag hingehen?

Natürlich freuen wir uns je mehr Leute wir mit coldwatermag erreichen können. Außerdem lieben wir beide zu fotografieren und diese Bilder in unserem Kalender zu nutzen ist vielleicht erst der Anfang. Wir sind eigentlich immer dabei neue Ideen zu sammeln und wer weiß, was aus den ganzen Spinnereien mal wird 🙂

 

Und wo seht ihr euch in 10 Jahren – noch in Flensburg oder ganz weit oben im hohen Norden?

Beides ist denkbar. Hoffentlich so viel wie möglich am Surfen. Immer weiter die Welt entdecken und das Leben am Meer genießen.

 

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Habt ihr einen paar Tipps für alle, die sich mal in die kalten Wellen des Nordens schmeißen wollen?

Eine Stunde früher oder später oder ein paar Kilometer können so viel ausmachen. Dabei ist es wichtig, so flexibel wie möglich planen zu können, um die besten Wellen zu erwischen. Und gutes Neopren ist das A und O. Wer ernsthaft dabei bleiben will, sollte wirklich in gutes Material investieren, dann ist es gar nicht so schlimm wie man es sich vielleicht vorstellt.

 

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