Eine Bullireise quer durch Europa

von Katha

Jen und Marc haben sich letztes Jahr kennen und lieben gelernt. Sie ist Kite-Lehrerin und er Informatiker. Beide zwei kreative und talentierte Köpfe. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit, haben Sie alle Zelte in Deutschland abgebrochen und ziehen nun mit Marcs Bulli »Stulle« und ihrem jungen Hund Paco durch Europa, um Freiheit einzuatmen, das Leben zu leben und Meeresluft zu kosten. Das Ziel der Reise: Ihr neues Zuhause Barcelona!

 

Ihr seit mit eurem schicken T3 Bulli »Stulle« unterwegs. Wohin führt euch eure Reise?

Gen Süden! Immer der Sonne hinterher. Es ist eine Art »Selbstfindungsfahrt«. Wir haben alle unsere Brücken in Deutschland abgebrochen, unsere Routinen und unseren Alltag hinter uns gelassen. Wir wollten raus aus dem Hamsterrad und raus aus unserer Komfortzone! Unsere Wohnungen haben wir gekündigt und unsere Jobs hinter uns gelassen. Unser Ziel ist Barcelona, wir wollen dort Fuß fassen und auf dem Weg dorthin nehmen wir die komplette Atlantikküste bis nach Marokko mit.

 

©Chiona

 

©Chiona

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Was bedeutet für euch ein Leben außerhalb der Komfortzone?

Auf geringstem Raum in unserem Bulli mit Hund zu leben! Wenn man eine Wohnung hat, dann gibt es diese Selbstverständlichkeiten oder den Luxus, wie fließendes Wasser, einen Kühlschrank und Strom ohne Ende. Das sind Dinge, die man im Bullileben nicht immer hat und die man lernt wieder wertzuschätzen. Wir wollen einfach außerhalb von unseren Routinen agieren.

 

Seit wann gibt es Marcs Bulli?

Marc: Das ist eine gute Geschichte! Der Bulli ist ein ehemaliges Militärfahrzeug. Es war der 23. Dezember vor sieben Jahren und es gab diese staatliche Versteigerung von Bundeswehrfahrzeugen. Die fand damals schriftlich statt und man musste sein Angebot auf Papier einreichen. Dummerweise habe ich mich vertippt und statt 4.200€, eine Null zu viel eigegeben und 42.000€ geboten. Natürlich war ich der meist bietende und habe den Bulli ersteigert! Zum Glück konnten wir das Missverständnis aufklären und ich habe ihn für den Preis bekommen, den ich eigentlich zahlen wollte. Das war Glück im Unglück. Aus dem Militärfahrzeug wurde so ein Friedensmobil in türkis-cremeweiß mit viele Liebe. Ich habe ihn »Stulle« getauft, weil er so geschmeidig ist, wie die Butter auf einer Stulle.

Wenn wir mit Stulle unterwegs sind, fühlen wir uns oft wie auf einer Zeitreise, weil wir so langsam und entspannt unterwegs sind.

 

Wer hat den Bulli ausgebaut?

Marc: Ich mache das selbst. Mittlerweile baue ich schon seit sieben Jahren an Stulle: Den Innenausbau mit der ganzen integrierten Technik, das braucht alles seine Zeit. Kürzlich habe ich das Hochdach augesetzt. Das war ganz schön gruselig, weil wir das komplette Dach erst einmal wegflexen mussten.

Jen: Ich habe mich liebevoll um die Dekoration und das Heimische gekümmert.

 

Was zieht euch ans Meer?

Das ist ne gute Frage, die Berge sind ja auch schön! Aber wir kiten beiden leidenschaftlich gerne und da müssen wir natürlich ans Meer. Außerdem sind wir doch alle irgendwie Meerjungfrauen und Meerjungmänner…

 

Was wünscht Ihr euch für die Zukunft und für eure Reise?

Unser Hund Paco ist erst fünf Monate alt und er soll nicht größer werden, denn er nimmt jetzt schon genug Platz im Bulli ein. Vielleicht sollten wir ihm ein wenig Schrumpfsaft von Alice im Wunderland geben. Wir wünschen uns, dass wir mit unserer eigenen kleinen neuen Familie in Barcelona gut starten. Vor allem weil wir beide noch keine Spanisch-Sprachprofis sind.

 

©Chiona

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Warum habt ihr Deutschland hinter euch gelassen?

Marc: Ich habe sieben Jahre vor dem Bildschirm gearbeitet und jetzt möchte ich einfach mehr Leben und eine bessere Work-Life-Balance haben. Das muss wieder ins Lot kommen. Wir sind in unseren besten Jahren mit Ende Zwanzig und wir haben so viel Lebensenergie. Warum sollten wir diese Energie verschwenden, um täglich in einem Büro zu sitzen, Karriere zu machen und unsere Träume zu vergessen, statt sie zu realisieren.

 

Ihr seid zwei kreative Köpfe! Erzählt doch mal von euren Projekten!

Jen: Ich habe schon immer Kunst geliebt und liebe es etwas mit den Händen zu schaffen. Es kommt etwas Schönes bei raus und man kann gleichzeitig abschalten. Ich designe, beziehungsweise knote Ketten und Armbänder, am liebsten mit Naturmaterialien und Halbedelsteinen. Das sind alles Unikate und bald starte ich einen Onlineshop! Außerdem habe ich Surfponchos aus einem dünneren Stoff als gewöhnlich entworfen. Ich finde die »normalen« Ponchos aus schwerem Frottee nehmen zu viel Platz weg und brauchen zu lange, um zu trocknen.

Marc: Ich habe zwischendurch immer mal wieder selbstständig als Fotograf gearbeitet! Das macht mir immer noch wahnsinnig viel Spaß. Vor allem jetzt bei einer Bullireise, wo man so viele gute Motive zu sehen bekommt. Und ich liebe es Busse aufzubauen, damit würde ich gerne mehr machen!

 

© Chiona

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Habt ihr eine Vision oder eine Lebensphilosophie die ihr verfolgt?

Ja! Wir träumen davon eine kleine Farm aufzubauen mit ganz vielen Bullis und Möglichkeiten sich kreativ auszutoben! Quasi eine Art Kommune oder Retreat, wo uns Leute besuchen kommen können, die eine Auszeit von dem stressigen Berufsleben brauchen.

 

Wie finanziert ihr euch? Und kann jeder den Schritt ins Abenteuer »Vanlife« starten?

Marc: Wir haben beide Geld angespart und uns gut auf diesen Schritt vorbereitet. Das geht nicht von heute auf morgen. Aus Rentenkassen-Sicht bin ich der Otto-Normal-Verbraucher. Den Job zu kündigen ist auch kein einfacher Schritt und nimmt einem eine ordentliche Portion Sicherheitsgefühl. Natürlich kann jeder diesen Schritt wagen, aber man sollte sich das gut überlegen und eine Planungsphase einkalkulieren. Wir sind nicht in einer »Hauruck«-Aktion einfach losgefahren. Ich würde mich eher als «Neuaussteiger« bezeichnen.

Jen: Ich bin schon immer viel gereist und habe als Kite- oder als Fitnesstrainerin gearbeitet. Natürlich wird man damit nicht reich, aber mir war die freie Gestaltung meiner Zeit schon immer wichtiger als Geld. Ich glaube ich habe ein kleines Hippie-Gen in mir. Und am Ende kommt man doch immer wieder über die Runden. Aber klar, auch ich habe Geld dafür angespart!

 

Folgt Jen, Marc und Paco auf Ihrer Reise durch Europa und schaut euch Jens Surfponchos und Schmuck an!

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2 comments

Aussie Alex 3. November 2017 at 13:16

Cool, viel Spaß und liebe euch dreien… 😉

Reply
Jenn 13. November 2017 at 11:47

Danke ❤
Ich hoffe jeder davon träumt einfach mal loszufahren, traut sich und nacht einfach den ersten Schritt, dann kommt der Rest von ganz alleine … liebe.freiheit.alles

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