Ich packe meinen Bulli für Portugal

von Katha
Ich packe meinen Bulli für Portugal

Vorbereitung ist alles! Finden wir zumindest. Und jeder der schon mal mit dem Bulli unterwegs war, weiß wie sehr man sich über die richtigen Gadgets vor Ort freut. Leider merkt man in der Regel erst auf dem Trip, worauf es ankommt und was einem einen gute Dienste leistet. Da wir erprobte Langzeit-Vanlifers sind, haben wir unsere Top-Gadgets für den Bullitrip nach Portugal aufgelistet!

 

Grundsätzlich ist unserer Meinung nach das Bulli-Leben das beste Leben, das man haben kann. Kein Zweifel.

Aber es ist natürlich nicht immer so, wie man es auf Instagram dargestellt bekommt oder so romantisch wie man es sich vorstellt. Das Ding ist: auch im Vanlife gibt es einen Alltag, der sich nicht von dem Leben in einer normalen Wohnung unterscheidet. Es muss geputzt, gespült und gewaschen werden. Außerdem muss man kochen, duschen, das tägliche Geschäft erledigen und je nach Beruf auch im Van arbeiten. Das kann manchmal zu einer richtigen Herausforderung werden und der Blickwinkel auf die richtige Ausrüstung bekommt oberste Priorität. Unsere Erfahrung zeigt: Die richtigen Gadgets sind kleine Lebensretter und die Suche danach oft eine Mission. Das sind unsere Lieblingsgegenstände, die man im Everyday-Vanlife braucht oder brauchen könnte!
 
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Der Gaskocher

Es gibt unzählige Gaskocher-Varianten und es ist nicht leicht herauszufinden, was für einen selbst wichtig ist. Wenn man viel und gerne kocht – so wie wir – ist ein 2-flammiger Gaskocher allerdings ein Muss. Auch dort haben wir viel herum probiert und aktuell 4 verschiedene Modelle im Keller stehen. Und natürlich viel zu viel Geld mit der Suche verbraten. Jetzt ist aber der perfekte Kocher endlich dabei. Ganz sicher! Es ist der Kinjia Gaskocher von PRIMUS. Warum ist er perfekt? Er ist im Vergleich zu anderen Kochern relativ klein und handlich.  Vor allem aber kann er mit kleinen Gaskartuschen betrieben werden und das ist Gold wert, denn die Gasflaschen Problematik (siehe folgender Abschnitt) im Ausland lässt einem nicht immer die Wahl und da ist einem mit kleinen Gasflaschen definitiv besser geholfen. Außerdem ist der Kinjia super gut verarbeitet und kann schnell und simpel mit der Gasflasche verbunden werden. Es gibt zusätzlich ein Adapterset, mit dem man auch große Gasflaschen und Gasflaschen auf dem Ausland (wie sich Ausland hier definiert haben wir noch nicht herausgefunden) anschließen kann. Da man den Kinjia nur mit PRIMUS Flaschen betreiben kann und man sich auf das Angebot im Ausland nicht verlassen kann- gibt es auch dafür eine Lösung: Mit dem Edelrid Adapter kann man auch Campinggaz Ventil-Kartuschen mit dem Kocher nutzen. Wirklich wow. Für so ein schickes, funktionelles Teil lohnen sich 190€ wirklich. Besser einmal mehr ausgeben…

 

Die Gasflaschen-Problematik und die Lösung (ohne Gewähr)

Die Sache mit der Glasflasche ist eine ganz besonders schwierige Sache. Zunächst einmal könnte man denken, dass es gar kein Problem sei im Ausland eine neue Gasflasche zu bekommen. Nun ja, leider ist es eben doch der Fall. Und auch die vermeintliche Lösung einfach ein europakompatibles Adapterset zu bestellen, hilft leider nicht immer weiter. Wir haben schon viele verzweifelte Langzeitcamper getroffen, die sich mit der Gasflaschen-Sache herum schlagen und  sich mit einer meistens eher unbefriedigenden Übergangslösung anfinden.

Um es kurz zu erläutern: Die üblichen deutschen Gaskocher werden mit einem 50mbar Druckregler mit der deutschen Gasflasche verbunden. Das funktioniert so lange einwandfrei bis die Gasflasche leer ist und man sich im Ausland eine neue besorgen muss. Im Ausland wird das Ganze nämlich nicht mit 50mbar geregelt sondern mit einem anderen Druckregler. Auch hier sind die Richtwerte je Land unterschiedlich. Das heißt man benötigt je nach Zielland einen neuen Druckregler. Leider passt dieser aber nicht an die deutschen Gaskocher. Mh blöd.

Wir haben wirklich alle Adapter ausprobiert, mit der Gasfachfrau.eu (und wenn es die Gasfachfrau nicht weiß, wer sonst) telefoniert und mit Experten gesprochen. Letztlich sind wir hier noch zu keiner hundertprozentigen Lösung gekommen und nahezu am Rande des Gaswahnsinns entlang spaziert.

Aber es gibt zwei Lösungsansätze:

1. Die Gasflasche im Ausland an der Tankstelle einfach selber auffüllen! Dafür gibt es auch einen Adapter, aber welcher das genau sein soll erfahren wir erst in ein paar Wochen. Das Ganze ist super günstig, geht schnell und soll angeblich auch sicher sein.

Oder 2. Den Kinjia Gaskocher und das Adapterset kaufen und kleine Gasflaschen anschließen, denn die gibt es in jedem Decathlon. Und wo es Wellen gibt, gibt es auch einen Decathlon.

Ja, die Gasflaschen Sache ist verrückt und man glaubt es nicht, bis man sich selbst in der Problematik wieder findet.

 

Die Dusche

Die Pumpdusche ist unser treuer Begleiter und Helfer in vielen Situationen. Einfach hinstellen, mit Wasser füllen, aufpumpen und schon kann der Dusch- oder Spülspaß los gehen. Perfekt um nach dem Surfen das Salz aus den Haaren zu waschen, Geschirr abzuspülen, die Hände oder das Gesicht zu waschen und auch einfach komplett zu duschen. Letztes Jahr haben die Pumpdusche von Decathlon wirklich an jedem Spot gesehen und jeder sie noch nicht hatte, wollte sie haben. Leider gibt es sie nun nicht mehr bei Decathlon und die Qualität ließ bei unseren Varianten zumindest auch wirklich zu wünschen übrig. Nach wenigen Wochen Gebrauch gab es immer irgendwo ein Leck in der Dusche und das Auto war voll mit Pfützen. Super nervig und nicht Sinn der Sache. Aber jetzt haben wir das Original der Pumpdusche, die Nemo Helio Dusche entdeckt, und die Verarbeitung sieht selbst nach unserem kritischen Blick spitzenmäßig aus. Fließendes Wasser ist ein Träumchen für spülifreies Geschirr, saubere Hände und entknotete Haare ( mag vielleicht surfermäßig sein, sich die Haare nicht vom Salz zu befreien, aber wir wissen was passiert, wenn man nicht das macht. Und das will wirklich keiner sehen.)
 

Geniales Licht

Im besten Fall hat man natürlich fest installiertes Licht direkt im Bulli. Aber nicht jeder ist ein Elektrofuchs. Wir sind auf jeden Fall keine Füchse. Aber Licht ist nun mal essentiell und auch wunderschön wegen der Gemütlichkeit. Lichtvarianen mit Solar und Batterie gibt es unendlich viele. Und die Beschaffung ist auch kein Problem. Aber wir haben vor kurzem ein Licht gefunden, dass uns wirklich Freude macht. Dabei handelt es sich um die Biolite Baseline XL Lampe: kann man überall aufhängen oder stellen, hat eine mega Akkukapazität von 28.000mAh, 500 Lumen (und das ist sehr viel mehr als andere Campinglampen haben),  verschiedene Lichtfarben und Dimmstufen, kann mit einer App gesteuert und via Bluetooth auch schon von 30m Entfernung angeschaltet werden und hat 2 USB Ausgänge an denen man sein Handy und Co aufladen kann. Die Lampe am Auto wieder aufgeladen werden und kann zusätzlich mit vielen weiteren Biolite Lampen verbunden werden. Das klingt als wollen wir Werbung machen, aber die Lampe ist einfach ein genialer Kauf über den wir uns noch lange Zeit freuen werden.

 

Die Sicherungs-Kategorie, #lockerlife

Jetzt kommen wir zu der Sicherungs-Kategorie. Safety first. Wir schließen lieber als dreimal mehr ab, als am Ende ohne Surfbrett, Kamera und PC dazustehen. Und es gibt im Vanlife wohl kaum etwas schlimmeres, als zu einem leergeträumten Bulli nach dem Surfen zurückzukehren. Auf unserem letzten Surftrip wurden wir von manchem Südländer nur noch als »lockergirls« bezeichnet, weil immer alles abgeschlossen wurde. Aber wie gesagt, lieber ein paar deutsche Attitüden aufrecht erhalten. Daher hier unsere top Drei:

  1. die PC-Sicherung
  2. die Surfbrett-Sicherung
  3. die Bulli-Sicherung(en)

 

Strom

Solange man nicht an die Außenwelt nicht angebunden sein muss oder will, wunderbar.  Dann braucht man auch keine Strom. Aber im Everyday-Vanlife unvermeidbar. Daher muss eine zweite Batterie her und je nach Strombedarf auch Solar. Für die Basisvariante mit der zweiten Batterie braucht man einen Wechselrichter. Wir nutzen aktuell eine einfache und unkomplizierte Variante, mit der man vom Zigarettenanzünder der zweiten Batterie aus über den Wechselrichter Strom ziehen kann. Zweimal den PC aufladen und unendlich oft das Handy ist kein Problem. Das ist natürlich nur die Basis oder Anfänger Variante und es gibt viel bessere Umsetzungen, aber bisher können wir nicht klagen. Und wie gesagt, wir sind eben keine Stromfüchse.
 
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Die Toilette

Nun zu einem Thema über das wirklich nie gesprochen wird: Die Toilette. Ziemlich komisch, dass das Thema nie aufkommt, denn es betrifft jeden. Wir entschuldigen uns schon mal für die Entromantisierung und raten in jedem Fall zu einer Toiletten-Lösung aus mehreren Gründen. Zum Einen macht man sich keine Freunde mit den Einheimischen, wenn man wild sein Geschäft erledigt. Zum Anderen gibt es zahlreiche Strände, wie zum Beispiel Frejulfe in Galizien, an denen der komplette Weg zum Strand vollgekackt ist und das findet jeder im wahrsten Sinne des Wortes beschissen. Außerdem gibt es nicht überall entlegene Plätze, an die man sich zurückziehen kann oder es ist abends viel zu dunkel, um alleine noch mal raus zu gehen. Und wer kann bitte schon bis zum nächsten Kaffeebesuch am Morgen abwarten? Daher Augen auf für die Realität: Es muss eine Toilette her.

Wir haben das Thema mit engen Vanlife-Verbündeten angesprochen und herausgefunden, dass die meisten Langzeit-Vanfreunde eine Toilette haben. Man redet halt nur nicht drüber. Wir lüften das Geheimnis. Es gibt die Möglichkeit einer Campingtoilette, die man regelmäßig leeren muss. Wenn man Platz genug im Bulli hat super, denn sie nimmt sehr viel Raum ein. Und es gibt die platzsparende Variante einer ökologischen Toilette (Wortneuschöpfung um dem Ganzen was Gutes beizumischen): Ein Eimer mit Hasenstreu ausgelegt. Stinkt nicht, saugt Flüssigkeit auf und ist ökologisch im Müll zu entsorgen. Mehr Bio geht nicht.

Jetzt ist es raus das Geheimnis. Gut so.
 

Die Trocknungstation

Als Surfer hat man ständig nasse Sachen, die im Bulli so rumliegen: Bikinis, Neos, Handtücher und co. Damit alles schnell trocknen und nicht im Bulli vor sich hinschimmelt, haben wir hier unseren Favoriten: Die von uns sogenannte „Trocknungstation“ aus dem Baumarkt. Die kann man wunderbar am Beifahrersitz oder an der Schiebetür befestigen. Und wenn die Sonne in den Bulli knallt, umso besser für eine schnelle Trocknung.  Die richtige Bezeichnung ist übrigens Hängetrockner.
 

Für die Extravaganten und Köche: Der Akku Stabmixer

Jetzt kommen wir zu einem Equipment, dass zugegebenermaßen nicht notwendig ist und auch ganz klar nicht jeder braucht. Aber wie bereits erwähnt kochen wir gerne und haben auf vielen Trips den guten alten Stabmixer vermisst um Suppen oder Pesto zu zaubern. Klingt vielleicht komisch, aber eine warme selbstgekochte Kartoffelsuppe macht glücklich, wärmt von innen und kostet nichts. Da unser Stromaggregat aber leider nicht ausreicht, um einen normalen Elektro-Stabmixer anzuschließen, haben wir uns sehr gefreut als wir den Akku-Stabmixer gefunden haben. Nicht ganz günstig, aber wir freuen uns schon jetzt auf die Suppenzeit im Bulli!

 

Der Noise-Cancelling Kopfhörer

Vanlife ist leider nicht immer nur leises Meeresrauschen und absolute Stille, sondern auch oft laute Nachbarn, grölende Partyvögel, pfeifender Wind oder vorbei rauschende Autos. Wenn Oropax nicht mehr weiterhilft und man unbedingt eine ruhige Nacht oder ruhige Arbeitsumgebung braucht, empfehlen wir Noise Cancelling Kopfhörer. Nicht nur im Großraum Büro eine Wohltat, sondern auch für das Vanlife!

 

Unser Fazit

Wie dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen ist, sind alle unsere Gadgets (bis auf die Trocknungsstation) nicht gerade günstig. Das stimmt. Aber wir haben auch langsam gelernt, dass es sich wirklich lohnt für gute Ausrüstung tiefer in die Tasche zu greifen, statt alles dreimal zu kaufen. Und Surfen, Freiheit und Lachen gibt es beim Vanlife ja ohne hin im Überschuss und ganz umsonst!

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