Frittboards stillt Surfweh

Was macht man an einem grauen Tag mitten in der Stadt, um Surfweh zu stillen?
Man schwelgt in Urlaubserinnerungen, durchforstet Fotos des letzten Trips, schaut nen Surffilm, schmökert im Stormrider Guide, guckt sich die neue Kollektion bei Surfstich an, träumt sich zu guter Musik weit weit weg in die nächste Welle oder aber man macht einen Ausflug zu Frittboards nach Köln. Der Surfshop »Frittboards« im hippen Stadtteil Ehrenfeld ist eine feste Größe unter den Surfern der Stadt und auch schon weit darüber hinaus.

 

Wir brauchen Sonne. Nur ein bisschen Sonne und optimaler Weise auch einen Brise salzige Meeresluft gemischt mit Wachs. Vielleicht brauchen wir aber auch einen neuen Neo aus der Sommerkollektion von Billabong. Oder aber vielleicht doch eine Sonnenbrille für die sonnigen Stunden die ja eigentlich schon vor der Türe stehen. Naja, man könnte ja auch mal über ein neues Board nachdenken. Oder zumindest nur mal gucken, was der Markt so zu bieten hat.
Voller Inbrunst machen wir uns auch den Weg zu Frittboards, um abzuchecken was es die kommende Saison alles so neues gibt. Kann ja nicht schaden. Eher im Gegenteil.
Als wir den Laden betreten werden wir lächelnd begrüßt. Es läuft entspannte Musik und unsere Nase wird von Gerüchen durchflutet: eine Mischung aus Neopren, Wachs und Bikiniduft schickt in Windeseile Glückshormone an unser Gehirn. In anderen Geschäften sollen Kunden durch den Geruch von Parfum zum Kauf anregt werden, hier allerdings ist das völlig irrelevant. Wir schauen uns in dem gemütlichen Laden um und wissen gar nicht wo wir zu erst anfangen sollen. Selten eine so große Auswahl gesehen. Vor allem in Köln ohne irgendeinen Zugang zum Meer. Schon abstrus so ein Surfladen mitten in einer Stadt die »landlocked« ist. Aber Köln wimmelt nur so von Surfern, die sich spätestens beim Betreten des Ladens outen.
 

 

Wir schlendern einfach drauf los und wandern durch die Boardabteilung. »Wandern« ist schon das richtige Wort dafür. Es gibt einfach eine Riesenauswahl an allen möglichen Shapes, Größen, Designs und Marken. Alles was das Herz begehrt und das ist keine Übertreibung. Shortboards von Hayden Shapes, Al Merrick, Webber oder dem spanischen Pukas. Die klassischen Funboards und Eggshapes von NSP, Buster oder Norden. Wunderschöne Longboards von Phil Grace, Firewire oder Light. Und das ist nur eine kleine Aufzählung. Es ist also definitiv keine Übertreibung. Am liebsten will man jedes Brett einmal anfassen, heraus nehmen und mindestens drei mitnehmen.
Passende Leashes, Pads und Finnen in allen möglichen Farbe und Mustern gibt es natürlich auch.
Auf die Auswahl gönnen wir uns erst mal ein Malzbier in der Café Ecke des Ladens. Riesensofas und eine Bar schreien förmlich nach einer kleinen Pause. Wir erfahren vom Mitarbeiter Domenik, dass der Laden schon bereits 15 Jahre existiert und schon zweimal umgezogen ist. Immer in einen größeren Laden. Auch der aktuelle Laden musste schon vergrößert werden, weil die Nachfrage immer weiter zu wachsen scheint. Er verrät uns, dass die Kunden aus allen Ecken Deutschlands kommen um sich ein neues Board zu kaufen. Macht ja auch Sinn bei der Auswahl. Wir fragen uns, ob es für den Kunden nicht schwer ist den Überblick zu behalten und das richtige Brett zu kaufen. »Dafür gibt es ja uns«, sagt Domenik schmunzelnd:

Wir verkaufen nicht irgendwas für den Umsatz. Wir wollen, dass jeder das richtige Brett findet. Das Brett was zu der Person passt. Klar, gibt es auch Leute die genau wissen was Sie wollen, aber auch dann zeigen wir gerne Alternativen auf, um zeigen was auch passen könnte!

Klingt nach einer professionellen, netten und vor allem ehrlichen Beratung. Ehrlich wehrt schließlich am längsten. Auch beim »Welches-ist-das-richtige-Brett-Verkauf«.
 

_MG_5767
 

Wir haben genug pausiert und sind neugierig auf die ganzen Neos geworden.
Der Geruch zieht uns magisch an und wir finden reihenweise Regale mit allen möglichen Dicken und Varianten an Neoprenanzügen. Quasi für jeden Gelegenheit das passende Teil. Hier könnten wir uns problemlos für einen Trip nach Frankreich, nach Island, nach Indonesien oder nach Holland ausstatten. Es gibt alles. Von Handschuhen, über Haube und Reefbooties bis hin zum Lyrca. Und es gibt auch immer das neuste aus der Billabong Capsule oder Rip Curl Kollektion. Die Mädchen unter uns wissen was wir meinen.
 

 

Für die Männer gibt es allerdings auch was. Nämlich ziemlich schöne Klamotten. Schön liegt natürlich im Auge des Betrachters, aber wir finden hier wurde eine echt gute Auswahl an Hemden, Boardshorts, Shirts und Caps getroffen. Und glücklicherweise passt Mädels ja auch S in Männerklamotten.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Mädels zu kurz kommen was Klamotten betrifft. Für das weibliche Geschlecht wurde natürlich auch gesorgt. Eine kleine aber feine Auswahl an Bikinis, Hoodies und Shirts gibt es auch!

Defintiv auch erwähnenswert ist die unglaubliche Auswahl an Wachs. Wir haben noch nie so viele Wachssorten und Farben auf einmal gesehen. Liegt vielleicht auch daran, dass sich der deutsche Surfer auf jede Wassertemperatur vorbereiten muss, denn die Reise kann überall hingehen. Sieht jedenfalls sehr schön aus, das bunte Wachsregal. Riecht auch so wie es riechen muss. Wir schnappen uns noch ein Wachs aus dem Regal, packen unsere Einkäufe ein und werden herzlich verabschiedet.

Wir haben doch mehr einkauft als wir wollten. Aber vor allem haben wir eine gehörige Portion Urlaub eingekauft und die war ganz umsonst.
Kaum sind wir aus dem Laden raus, trifft uns die graue Stadt und der laute Verkehr wie ein Schlag ins Gesicht. Doch die Realität und der egozentrische Winter kann uns nichts mehr anhaben, denn wir sind ausgestattet für den nächsten Trip und wissen wo wir unser Surfweh stillen können!

Zum Frittboards Shop

Weitere Artikel

Kommentar