Landlocked. Dominik Symann surft über Asphalt

von Katha, Katrin
Landlocked. Dominik Symann surft über Asphalt

Eine kleine Geschichte über ein Surfboard im Körper eines Skateboards

landlocked * surrounded entirely or almost entirely by land
Ein bekanntes Wort, das so ziemlich alles beschreibt und gerne verwendet wird. Wir alle sitzen im gleichen Boot und die meisten von uns leben ewig weit weg vom Meer. Jeder kennt das Gefühl, wenn die Meersucht und das Surfweh wieder mal zuschlägt. Es kann einen jederzeit treffen, macht wehmütig und im Winter nicht selten ein wenig depressiv. Wenn dieses Meer doch endlich vor den Türen unserer Städte wäre…

Hilft aber alles nichts, was nicht passt wird eben passend gemacht. Das heißt nicht, dass wir uns einfach ein Meer hier her holen können, aber wir können über Alternativen nachdenken, dem Surfen auch »landlocked« nachzugehen.

 

 

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Wir haben da was ziemlich Cooles entdeckt und möchten es euch nicht vorenthalten!

Dominik Symann skatet seit er 14 ist und surft seit rund 10 Jahren. Soweit so gut, nichts Ungewöhnliches.  Er hat allerdings etwas ziemlich sinnvolles erfunden, dass uns in Zukunft das Surfweh wenigstens etwas erträglicher machen könnte. Dabei handelt es sich um, sagen wir mal, ein Minisurfboard das ähnlich wie ein Skateboard funktioniert, nur das der Bewegungsablauf dem Surfen sehr nahe kommt. Ein perfektes Trainingsgerät für eben die Menschen von uns, die »landlocked« leben und für die besten Tage im Jahr gut vorbereitet sein möchten. Dominik selbst wurde von seinem alltäglichen Leben ohne Meer angetrieben, seine Surfskateboards herzustellen. So hat das Wort »landlocked« glatt etwas Positives mit sich gebracht. Er wohnt in Münster, immerhin drei Stunden weit weg von der niederländischen Küste:

Ich dachte halt ich komm zu selten ins Wasser und es gibt bestimmt noch mehr Leute die zu selten ins Wasser kommen und sich vielleicht auch wünschen, die Bewegungsabläufe beim Surfen an Land auszuprobieren. Ich bin der Meinung, dass mein Skateboard ziemlich gut funktioniert!

Zusammen mit seinem Vater, der Klavierbaumeister ist, hat er in der heimischen Werkstatt einen Prototypen hergestellt: die Rollen von einem Rollwagen (ähnlich wie die Rollen von einem Einkaufswagen) haben die Beiden an ein altes Skateboarddeck angebracht. Klingt bisher nicht besonders innovativ aber nun der Clou und das Neuartige an der Sache: die beiden Achsen wurden mit einer Art Seilzug aus einem Bungeeseil verbunden. Dadurch wird der slalomartige Bewegungsablauf erst möglich. Steigt man auf das Board, muss man sich erst einmal dran gewöhnen und mit der ein oder anderen Bruchlandung rechnen. Hat man dann aber den Dreh raus, kann man ohne zu pushen nur durch die Bewegung aus der Hüfte heraus endlos lange fahren oder besser: Surfen. Die Spannung des Seilzugs kann variiert werden: je fester dieser eingestellt wird, umso mehr Energie muss in die Bewegung reingesteckt werden.

Der Prototyp war so gut ausgetüftelt, dass sich Dominik dazu entschlossen hat eine erste Serie unter dem Namen »landlocked« auf den Markt zu bringen.

 

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Hier ein kleiner Überblick über das Surfskateboard:

Shape: Der Shape der Decks ist einem Surfboard nachgeahmt: durch Griptape, eine Ausbuchtung für die Leash und einem Pad am Tail sieht es nach einem kleinen Surfboard aus. Die Größe des Decks ist gewollt größer als bei einem gewöhnlichen Longboard/Skateboard, da beim Surfbrett auch eine größere Fläche bewegt werden muss.

 

 

Holz: Birkensperrholz 15 mm, massiv und etwas schwerer.

Gewicht:  4-5 kg, durch das schwere Holz, aber so kommt es eben auch dem Echtgewicht eines Surfboard am Nächsten: »Das trainiert die Paddelarme.«

 

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Design: weiß, clean und schlicht wie ein Surfboard. Der Poska Pen kann aber gerne zum Einsatz kommen.

Herkunft: heimische Werkstatt in Verl:

Die Kugellager kommen aus Bielefeld, die Eisenteile kommen aus Verl und das Holz aus Neuenkirchen! 

Mehr lokal geht nicht!

Verarbeitung:  Die grobe Form wird von einer lokalen Schreinerei gefräst. Der Rest wird  selbst weiterverarbeitet: Schmirgeln, lackieren, nochmal fräsen, bekleben und mit Griptape ausstatten. Die Gelenke hat Dominik selbst am Computer entworfen und in Zusammenarbeit mit einer lokaler Werkstatt hergestellt.

Preis:  319,90 €

 

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Wir finden das Vater-Sohn oder eher Sohn-Vater Projekt ist mal was Neues und verdient einen Applaus und wenn man Dominik mit seinen Bretter fahren sieht oder er darüber redet, meint man es ist Weihnachten und Ostern zusammen. Das sieht man auch den lächelnden Gesichtern an, die auf dem Brett stehen und  man vergisst definitiv das Problem mit diesem »landlocked«!

Hier findet Ihr mehr Infos über das schöne Projekt »Landlocked!«:

http://landlockedboards.de/

 

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