Kennt ihr schon Marie Wolf?

von Katrin

Wir möchten euch Marie vorstellen!
Sie ist eine Illustratorin aus Berlin und hat die Motive für unsere neuen Postkarten illustriert.
Wir sind begeistert und hoffen ihr werdet es auch sein. Doch schaut selbst und erfahrt mehr über dieses wundervolle Talent.

 

 

Hei Marie, stell Dich kurz vor – wer bist du?

Ich bin Marie Wolf und arbeite und lebe als Illustratorin in Berlin.
 

© Alexander Köpcke

 

Wie kamst du zur Illustration?

Eigentlich habe ich gemalt, seit ich denken kann. Mein erstes illustriertes „Buch“ war ein Reisetagebuch, das ich mit meiner Mum zusammen gemacht habe. Wir sind 1997 mit unserem VW-Bus damals von Thüringen bis nach Kuşadası in der Türkei gefahren: sie hat unsere Erlebnisse aufgeschrieben und ich habe sie „illustriert“. Wir waren acht Wochen unterwegs, also viel Zeit, in der man sich irgendwie beschäftigen musste, viel Zeit davon auch im Bus auf der Straße. Ich habe auch mal aus einem Besuch beim Kinderazt einen Comic gemacht oder aus langer Weile in der Schule kleine Bücher gebastelt. Die Liebe für das Zeichnen hat sich durch mein ganzes Leben gezogen, einen konkreten Anfang gab es nicht. Irgendwann habe ich in Berlin angefangen, Kommunikationsdesign zu studieren und hatte mir irgendwie immer vorgstellt, ganz klassisch in einer Agentur zu arbeiten. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Illustration mehr als ein Hobby, eine Leidenschaft erkannt habe und mich dafür entschieden habe, diese Leidenschaft zu meinem Beruf zu machen. Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe!

 

© Marie Wolf

 

Was inspiriert dich?

Eigentlich inspiriert mich alles, was mich umgibt, Erinnerungen, Gefühle, Musik. Für mein letztes Buchprojekt, bei dem ich Hermann Hesse’s „Kinderseele“ für die Büchergilde Gutenberg illustriert habe, war die Berliner Plattenbau-Architektur eine große Inspiration, wenn man so will, der gesamte Bezirk Lichtenberg. Während des Zeichnens habe ich den Soundtrack der Serie „Stranger Things“ von Kyle Dixon in Dauerschleife gehört, weil er für mich genau das Gefühl verkörpert hat, das ich in die Bilder transferieren wollte. Und um mich in den „Mood“ zu versetzen, war mir die Musik eine große Hilfe. Auf Knopfdruck in Stimmung, quasi.
Unabhängig davon finde ich es inspirierend, Künstler zu sehen, die für ihre Kunst brennen. Das pusht mich selbst ungemein. Sehr beeindruckend finde ich zum Beispiel das Lebenswerk von David Bowie, nicht zuletzt, weil er es geschafft hat, sich immer wieder neu zu inszenieren.

 

© Marie Wolf

© Marie Wolf

 

Mit welchen Materialien arbeitest du am Liebsten?

In der Vergangenheit habe ich meine Illustrationen oft als eine Art digitale Collage angefertigt, die einzelnen Teile habe ich dabei analog mit Bleistiften, Buntstiften, Filzern, Tusche oder was auch immer ich in die Hände bekommen habe, gezeichnet. Bei meiner Oma habe ich irgendwann einen Haufen alter Papiere gefunden. Gerade arbeite ich wieder mehr „am Stück“, gerade habe ich Aquarellfarben für mich entdeckt.

 

Was reizt dich an der Illustration?

Ich kann eine Welt erschaffen, in der es keine Grenzen gibt… außer meine eigene Vorstellungskraft. Das gibt einem grenzenlose Möglichkeiten! Manchmal müssen es aber garnicht unbedingt die großen Erfindungen sein, manchmal ist es nur ein Gefühl, das man in ein Bild legen will und an dem man ewig feilt, bis man das Gefühl hat, es kommt auch bei dem Betrachter an. Dabei müssen immer wieder Entscheidungen getroffen werden: Farben? Schatten? Wie sieht der Charakter aus? Und wie die Umgebung? Ich liebe es sehr, ein abstraktes Gefühl für ein Bild in etwas visuelles umzuwandeln, zu übersetzen quasi.

© Marie Wolf

 

Du illustrierst für sehr unterschiedliche Kunden – was ist dir bei deiner Arbeit am wichtigsten?

Mir macht es Spaß, immer wieder neue Herausforderungen zu suchen und mich neu zu erfinden, sei es durch eine neue Technik oder neuen Themen. Dadurch sind meine Arbeiten teils auch sehr unterschiedlich. Mir macht es riesigen Spaß, für jedes Projekt neu zu überlegen: Was wollen der Kunde & ich ausdrücken und was ist der beste Weg für die Umsetzung? Kein Projekt ist wie das andere, deswegen finde ich es naheliegend, sich diese Frage immer wieder neu zu stellen. Wenn ich irgendwann nicht mehr das Bedürfnis haben sollte, mich weiterzuentwickeln oder das Gefühl habe, alles ausprobiert zu haben, sollte ich aufhören. Aber ich hoffe, soweit kommt es nie!

 

Wohin würdest du gerne mal reisen?

Einfacher wäre hier sicher die Frage: Wohin würdest du nicht reisen wollen? Ich finde es ist der größte Luxus überhaupt, die Welt mit ihren Menschen und Traditionen und Ansichten kennenlernen zu dürfen. Aktuell träume ich vom „Dreiländer-Eck“: Vietnam, Kambodscha, Laos.
Und ein Traum, von dem ich mich noch nicht trennen konnte: irgendwann auf dem Landweg von Deutschland bis nach Nepal fahren.

 

© Marie Wolf

 

Was war deine kurioseste Begegnung im Wasser?

Vor vier Jahren war ich in Indonesien und bin mit ein paar Fischern raus aufs Meer gefahren, um zu den Manta Rochen, die vor der Küste gesichtet worden, zu fahren. Ich habe zwar einen Tauchschein, doch da mein letzter Tauchgang 10 Jahre zurück lag, habe ich mich für die „safe“ Variante mit dem Schnorcheln entschieden. Ich hätte erwartet, dass man vielleicht mit viel Glück einen der Rochen in weiter Entfernung im trüben Wasser sieht. Doch die Tiere sind teils nur wenige Zentimeter neben und unter einem hindurch geschwommen und schienen sich einen Spaß daraus zu machen. Ich habe noch nie vorher ein so großes, majestätisches Tier im Wasser gesehen und war so unglaublich gerührt von dieser wunderbaren Erfahrung. Einziger Wermutstropen: mit Tauch-Ausrüstung hätte ich den Moment noch mehr genießen können.

© Marie Wolf

 

Was sind deine Ziele – wo siehst du dich in 10 Jahren?

Ich möchte weiter als Illustratorin arbeiten und mich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Vielleicht habe ich auch mal die Möglichkeit, an einem anderen Ort, in einem anderen Land oder Kontinent zu leben und zu arbeiten. Ich kann mir auch vorstellen, irgendwann an die Uni zurück zu gehen und zu lehren. Aber vielleicht kommt auch alles anders – ich bin gespannt und freue mich auf alles, was kommt!
 

Ihr wollt mehr von ihren Arbeiten sehen, dann schaut hier nach:

Instagram mariewolf.illustration
Marie Wolf und Ryo Takeda lesen Hesses Kinderseele

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