Surfana Festival 2017– Ganz nah weit weg sein

von Katha

Das Surfana Festival ist ein kleines Paradies für Musikliebhaber, barfuß-im-Sand-Tänzer, bunte-Hemden-Begutachter und optimistische-Nordseewellen-Surfer. Es liegt in Mitten der Dünenlandschaft des holländischen Bloomendaal und direkt am Meer.

Holland ist bekannt für Wind, launische Wellen oder gar keine Wellen, Pommes und Fahrräder. Das Surfana Festival macht Holland allerdings um eine Attraktion reicher. Seit fünf Jahren gibt es das Surfana in Bloomendaal nahe Amsterdam. In Mitten einer wunderschönen Dünenlandschaft entsteht für drei Tage eine kleines Fleckchen Erde, dass man liebsten nicht mehr verlassen möchte. Ein bunter Mix aus Workshops, Musik und Filmen macht die Zeit in Bloomendaal auch bei grauem windigen Wetter perfekt.

 

 

Das Festivalgelände ist liebevoll aufgebaut und man sieht sofort, wie viel Arbeit das Team in die Dekoration gesteckt hat. Vor allem aber die Möglichkeit 24 Stunden barfuß laufen zu können und im Sand zu Ziggy Alberts Musik rumzuhüpfen ist grandios. Da macht es auch nichts aus, wenn man sich rund vier bis fünf Schichten Klamotten bestehend aus Wollpulli, Daunenweste, Regenjacke und Stirnband anziehen muss. Wenn man optisch auffallen möchte, sollte man keine blonden lange Haare haben (männlich und weiblich), bestenfalls kein buntes Secondhemd anziehen und keinen Hut aufsetzen. Leider mögen wir genau diese Dinge und verschwinden sehr gerne in der Meute.

 

 

Besonders musikalisch hat uns das Surfana Festival umgehauen. Unerwartet eigentlich, denn die meisten Bands kannten wir vorher nicht. Jules Ahoi und Ziggy Alberts bringen unsere Musikherzen schon lange zum Tanzen und wir haben nichts anderes als grandiose Momente erwartet.
Für uns neu und unbedingt empfehlenswert sind Son Mieux aus Holland,

die südafrikanische Band Native Young

und die Australier Caravãna Sun. Tagelange Ohrwurm-Garantie inklsuive.

 

 

Klar, die Sache mit dem Surfen in Holland ist nicht so einfach. Aber der Surf-Spirit ist trotzdem da und mit etwas Glück bekommt man tatsächlich die eine oder andere Welle ab. Die südafrikanische Band »Native Young« schmunzelte auf der Bühne nur und kommentierte irritiert:

Well, you guys don’t have waves at all. But at least you are super passionate about surfing. You really have the spirit!

 

Ziggy Alberts

Jules Ahoi and the Deepsea Orchestra

 

Nach all den Jahren Surfen, ist es in Holland passiert: Nach einer Stunde rumgeschwabbel im brauen Wasser hat uns der Magen zurück ans Land gebracht. Wir sind seekrank geworden, unfassbar. Allerdings sind wir mit einem Lächeln zurück durch den Sand gestapft und haben gelernt, dass man holländische Wellen wirklich surfen kann. Zumindest wenn man zufällig an der richtigen Stelle sitzt. Zurück nach Hause ging es dann mit lauter guter Musik, Rosinenweckchen und der absoluten Glückseligkeit über Wellen fast vor der Haustür.

 

 

Holland wir feiern dich, denn obwohl du nah bist, fühlst du dich wie Urlaub ganz weit weg an. Lekker!

Fotos: Katha

Weitere Artikel

Kommentar