The Salty Heart – ein Interview mit Lotta

von Katrin

Lotta, erzähl mal was du so machst.
Fragt mich was mich am laufen hält und es dreht sich immer wieder ums Wasser. Wenn ich nicht gerade zum Studieren in Berlin bin, turne ich so durch die Weltgeschichte. Mit 16 wollte ich unbedingt mal eine Weltreise machen und habe jede Menge Routen geplant und Infos zu den jeweiligen Reisezielen herausgesucht. Mittlerweile lasse ich mich eher von Surffilmen und anderen Surfern inspirieren wo es als nächstes hingehen soll. Das Meer sollte nie weit entfernt sein, jeden Falls nicht für sehr lange. In den letzten Jahren war ich hauptsächlich in auf den Philippinen und in Indonesien unterwegs. Ich liebe Land & Leute und habe mir mittlerweile einen großen Freundeskreis dort aufgebaut. Ob hier
oder drüben aus dem Flieger steigen; fühlt sich beides wie Zuhause an. Für mich ist Bali, das tropische Berlin und eben inklusive Wellen, all year round – perfekt für Surffotos.

 

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© Martin Landsmann

 

Wie kam es dazu?
Ich fotografiere schon mindestens solange ich surfe. Für mich ist es das perfekte Medium um mich auszudrücken und anderen zu zeigen was ich auf meinen Reisen so gesehen habe. Genauso sehr, liebe ich es, im Wasser zu sein. Stundenlang könnte ich im Wasser abhängen. Ich suche immer noch die Kiemen an meinem Körper 🙂 2013 habe ich meine Bachelorarbeit über die Bildästhetik im Unterwasserfilm geschrieben. Ich durfte, damals in Bali, das Unterwassergehäuse eines Freundes ausprobieren. Mit Kamera ins Line Up – das wollte ich auch! Ein Jahr gespart, habe ich 2014 mein erstes Unterwassergehäuse von SPL in den Händen gehalten; mein allererste Fotogang war auf Siargao in den Philippinen – man ich dachte ich ersaufe dort, ohne Surfboard so tief zu sitzen, war ganz schön ungewohnt. Bei meinem zweiten Gang schlug mir die Welle das Gehäuse ins Gesicht. Fehler gemacht, dazu gelernt. Es folgten unzählige Surf und Wasser Shots, kleine Riffunfälle und unendliche Freude darüber im Wasser zu fotografieren.

Wenn mir heute die Wellen zu groß zum Surfen sind, schnappe ich mir stattdessen Kamera und
Flossen.

Seit dem letzten Jahr verdiene ich auch endlich Geld mit Surfshots.

Was ist das besondere für dich an der Fotografie?
Ich glaube, bei der Surffotografie, ist es für mich der konstante Wechsel der Umgebung, das Spiel mit dem natürlichem Licht & dem Wasser. An ein und demselben Spot können die Fotos von Tag zu Tag so unterschiedlich sein. Mit dem Wetter ändert sich die Klarheit des Wassers, der Lichteinfall ändert Grün zu Blau, die Strömungen, Wellengröße und dann der jeweils eigene Stil des Surfers. Das alles bestimmt deinen Shot. Du weißt nie zu 100% welches Foto du am Ende des Tages bekommen wirst; es ist immer ein wenig Planung plus Unfall. Aber mir gefallen meine Unfallbilder meistens eh‘ besser als das eigentlich geplante 😉
Wenn du ganz tief unter die brechende Welle tauchst legt sich das Wasser wie Gewitterwolken ganz nah über deinen Kopf und dann wird es ganz dunkel. In diesem Moment is es immer so als wird alles für einen kurzen Moment ganz still – das ist mein absoluter Lieblingsmoment!
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Was inspiriert dich?
Eine ganze Menge! Ich glaube das dieses ganze landlocked sein ziemlich inspirierend ist. In der Zeit, in der man nicht am Wasser ist, beschäftigt man sich doch auch ständig damit. Mit Surffilmen, Reiseberichten, Magazinen – mein Kopf ist ständig voll mit neuem Kram. Ich folge jeder Menge Surffotografen rund um die Welt auf Instagram – allein dort könnte ich mich täglich tot klicken. Am meisten inspirieren mich aber immer noch Freunde & Bekannte die einfach
ihr Ding durch ziehen; das gibt die besten Stories & Abenteuer.

Wo in der Welt bist du gerade und warum?
Ich sitze gerade vor der Croissanteria in Famara, Lanzarote und trinke meinen Kaffee. Vor einer halben Stunde war ich noch Surfen, kleine entspannte Longboardwellen haben wir gerade. Ich will hier noch mal meine Speicher mit Sonne & Salz auftanken bevor das Schietwetter bei uns in Berlin losgeht (ich sehe schon die Facebookposts mit dicken Jacken).
Den letzten Winter habe ich komplett geskippt, jetzt graut es mir etwas vor diesem. Aber ich glaube die guten Lanzarote Vibes reichen mir bis Silvester.

 

Fehlt dir in Deutschland etwas? Wenn ja, was?
Klar! Meine Familie und meine Freunde dort. Mein bisheriges Studentenleben erlaubt es mir, die Zeit Zuhause zu genießen und meine sozialen Kontakte zu pflegen, bis zum nächsten Trip. Ich hoffe sehr, das es sich in der Zeit danach auch weiterhin alles so toll vereinen lässt, denn für Fotos und Surfen werde ich weiterhin mobil bleiben, ich werde immer wieder in den Flieger steigen. Durch WhatsApp Voice Messages fühlt es sich aber so an als wären alle ganz nah bei einem. Und dann ist da noch etwas. Auch wenn ich total auf hohe Luftfeuchtigkeit stehe, nach acht Monaten Asien freue ich mich riesig auf die ‚trockene‘ Luft in meinem Berliner Zimmer, das Gefühl der Bettwäsche, die nicht leicht klamm ist, nach langer Zeit – grandios!

Seit wann surfst du?
Das liegt schon ne‘ Weile zurück. Meine Eltern hatten mir damals den Windsurfschein auf Norderney ermöglicht – dort habe ich auch das erste Mal Wellenreiten probiert, am Januskopf. Die Jahre darauf habe ich die Sommer in den Surfcamps in Südfrankreich verbracht. Erst als Gast, später habe ich dort gearbeitet. Campbetreuung, Küche, dann als Surffotografin; es hat sich quasi in die richtige Richtung entwickelt 🙂 Anfang 2011 ist dann meine Beziehung in die Brüche gegangen, vier Wochen später saß ich das erste Mal im Flieger in Richtung Bali – schon mit 18Jahren wollte ich dort unbedingt hin, Reiseberichte seihen verflucht! Haha. Seitdem führe ich eine ON/OFF Beziehung mit Asien; bis
jetzt war ich jedes Jahr wieder da, immer für länger. Ich finde es super, wenn einen das Hobby in alle möglichen Ecken dieser Welt treibt.

 

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Was war deine coolste Begegnung im Wasser?
Die Seekuh in Padang Padang!
Auch immer wieder schön; wenn du im Line Up in Asien auf einmal Leute triffst die du mal in
Südfrankreich im Camp kennen gelernt hast.

Die Unheimlichste Begegnung?
Mein Tinder Match? 🙂
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Möchtest du jemanden grüßen?
Klaro, alle anderen salzigen Jungs & Mädels‘!

Mehr von Lotta findet ihr hier:
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1 comment

Lottas Sommer. Zwischen Bali und Frankreich. - Salty Souls 5. November 2017 at 17:41

[…] Fotografie […]

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