Bartes Surfwood – Das Traummobil aus Holz

von Katha
Bartes Surfwood – Das Traummobil aus Holz

Chris hat aus einem Pritschenwagen ein Traummobil aus Holz geschaffen und ist damit in Portugal unterwegs. Wie er den Umbau gemeistert hat und wie lange das so gedauert hat, haben wir im Interview mit Chris herausgefunden.

 

Hey Chris, du hast einen richtigen Traumvan!
Wie lange hast du deinen Van schon und wie sah der Van vor dem Umbau aus?

Danke! Meinen Van habe ich jetzt knapp drei Jahre, im Frühling 2015 habe ich mit dem Umbau begonnen. Davor war es ein Pritschenwagen, also ein Transporter mit Ladefläche.
 

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© Chris

 

Wie bist du auf die Idee gekommen deinen Van genau so auszubauen? Die Form ist ja nicht gerade alltäglich.

Er sollte einfach und effektiv werden! Im Grunde genommen, ist es ja eine große Holzkiste mit Fenstern und Tür. Die eckige Form ist also der Einfachheit des Bauens geschuldet. Andere Eigenschaften folgen bestimmten Faktoren. Die Gesamthöhe zum Beispiel ergibt sich aus der Höhe des Alkoven, da ich Wert darauf lege, genug Platz im Bett zu haben. Die Maße des Überhangs hinten, richten sich nach meinem Surfrag, wo ich bis zu sechs Boards rein bekomme. Die große Küchenzeile folgt meiner Leidenschaft dem Kochen!
 

Was war der erste Schritt den du vorgenommen hast, auf dem Weg zum Traummobil?

Schweißen lernen! Da mir niemand einen Metall-Rahmen auf mein Auto schweißen wollte, der Sicherheit wegen, musste ich notgedrungen selber zum Schweißgerät greifen. Nach ein paar Tagen üben, war ich mir ziemlich sicher, dass die Nähte halten werden. Und das tun sie bis heute!
 

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© Chris


 

Wie lange hat der Umbau gedauert?

Alles in Allem etwa vier Monate. Sieben Wochen lang habe ich im Garten meiner Großeltern, jeden Tag an der Box gearbeitet, bis diese soweit fertig war und ich damit auf die Straße konnte. Die Feinheiten und den Innenausbau, habe ich dann in aller Ruhe in weiteren zwei Monaten geschafft.
 

Welches Tool kannst du beim Umbau unbedingt empfehlen?

Was ich am meisten benutzt habe, war mein Akku-Schrauber. Mit dem habe ich jede von den knapp zweitausend Schrauben, welche die Box zusammenhalten, rein geschraubt. Mein zweitwichtigstes Tool war und ist meine Japansäge. Mit der habe ich die Fenster und so gut wie alles Weitere gesägt – bis auf die großen Sperrholzplatten. Neben dem Schweißgerät und der Flex, war die Handkreissäge und die Stichsäge häufig im Einsatz. Bieröffner nicht zu vergessen!
 

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© Chris


 

Was war dir wichtig beim Ausbau: Platz, Gemütlichkeit…?

Platz für meine Surfbretter und mein Werkzeug! Und eine große Küche für ausgiebige Koch-Sessions. Ein geräumiges Bett und eine große Sitzecke für meine Freunde! Des Weiteren war mir Helligkeit sehr wichtig, weshalb die Fenster relativ groß sind. Außerdem sollte es sich drinnen nicht wie in einem Wohnmobil anfühlen, sondern mehr wie in einem Raum. Dafür habe ich z.B. die Hängeschränke weggelassen, die sonst viel Platz einnehmen. Das Holz gibt dem Raum eine besonders angenehme Atmosphäre, das war mir auch sehr wichtig!
 

Gab es etwas das besonders kniffelig umzusetzen war?

Eigentlich nicht! Hier kam die genaue Planung zu tragen. Zwei Jahre lang habe ich mir den Van im Kopf bis ins kleinste Detail ausgemalt und Skizzen angefertigt. Als es los ging, musste es von den Skizzen nur noch umgesetzt werden. Kleinere Hürden konnte ich mit der Hilfe von Opa bewältigen!
 

 

Hast du deinen Van isoliert und komplett mit Strom und Solar ausgestattet?

Mein Van ist mit 30mm Styropor isoliert. Nicht das ökologischste, das gebe ich zu, aber das günstigste und leichteste. Die Box ist zwar sehr stabil, der Van bringt aber auch einiges auf die Wage. Ich bin aber trotzdem noch unter 3,5 Tonnen, kann ihn also mit meinem normalen Führerschein fahren. Solar habe ich 250 Watt auf dem Dach und kann damit Licht und Laptop betreiben, sowie alle meine Werkzeuge laden. In Portugal macht Solar wirklich Sinn, ich hatte noch nie Strom-Probleme!
 

Dein Van ist aus Holz, da steht bestimmt eine dauerhafte Pflege an oder?

So ist es! Einmal im Jahr streiche ich die Box mit einer sehr guten Lasur, welche auch die Farbe bestimmt. Innen habe ich das Holz mit Leinöl-Firnis behandelt, da ich dort keine Lösungsmittel-basierten Produkte verwenden wollte und öle auch etwa einmal im Jahr nach. Was in Portugal noch hinzu kommt, ist die salzige Luft. Neben der Holzbox, muss auch die Fahrerkabine regelmäßig vom Rost befreit werden!
 
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Welchen Tipp kannst du jedem beim Vanausbau ans Herz legen?

Das wichtigste ist, dass man wirklich Bock drauf hat! Keine halbherzigen Sachen machen, nur um schnell los zu kommen. Das sieht nach Nichts aus und macht meistens Ärger während des Trips. Wenn es um TÜV-relevante Sachen geht, vorher mit den Jungs absprechen! Die mögen es überhaupt nicht, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Und: genaues Planen, das ist die halbe Miete!
 

Danke Chris!

Folgt Chris und seinem Van bei Instagram!

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Hast Du super gemacht! Wäre schön, wenn Du mal wieder bei uns vorbei schaust! LG und bis bald! Daniel und Ana Lúcia