Caravanlife statt Vanlife mit »Frida Richtung Freiheit«

von Katha
Caravanlife statt Vanlife mit »Frida Richtung Freiheit«

Es muss nicht immer ein Van sein! Auch ein Caravan kann ein wunderbares Zuhause werden. Angelina von »Frida Richtung Freiheit« hat einen Caravan umgestaltet. Und das zweite Projekt steht schon in den Startlöchern…

 

Du hast einen alten Caravan namens »Harriet«, den du zu einem super gemütlichen Zuhause umgestaltet hast. Was ist das für ein Caravan und woher hast du den?

»Harriet« ist mein zweites Projekt, ein alter Knaus Jet 380 der erstmals im Jahr 1972 zugelassen wurde. Meine Leidenschaft zum Restaurieren habe ich 2015 in meinem ersten Projekt »Frida« entwickelt. »Frida« ist eigentlich mein erstes vollendetes Projekt. Naja, sagen wir so… sie ist abenteuerbereit, aber so ein Wohnwagen ist ein Never Ending Project.

Die Bastler unter uns kennen das sicherlich, irgendwie gibt es immer was zu verändern und instand zu halten. Seit es »Frida« gibt, brennt so ein kleines Feuer in mir, eine Stimme die mir sagt, dass das ganze irgendwie meins ist. Vor wenigen Monaten hat mich diese Stimme dann dazu veranlasst einen zweiten Oldtimer Wohnwagen zu kaufen und nochmal ganz von vorne durchzustarten. Ich bin eine kleine Schnäppchenjägerin und habe sämtliche Plattformen im Internet durchsucht, nach einem alten kostengünstigen Modell mit Potential. »Harriet« habe ich dann letztendlich mit viel Herzblut und Überredungskunst bei Ebay-Kleinanzeigen von einem Privatanbieter erkämpft. Sie ist natürlich etwas anderes als »Frida« mein Eriba Pan von Hymer. Aber sie hat mit ihren stolzen 46 Jahren ihren ganz eigenen Charme. »Harriet« ist in Bezug auf die Restauration grade erst in ihren Anfängen… wir sind aber schon voller Elan und Motivation und freuen uns auf alles was so vor uns liegt!

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Warum ein Caravan und kein Wohnmobil bzw. Van?

Das ist eine gute Frage. Mein Herz brennt für alles was Wohnen auf Rädern ermöglicht und vor allem für die nostalgischen Formen davon. Die Entscheidung für einen »Anhänger« und gegen ein motorisiertes Fahrzeug fiel jedoch relativ schnell. Ein Caravan ist erheblich günstiger. Zum einen in der Anschaffung, insbesondere wenn man etwas altes gebrauchtes kauft, was andere schon abgeschrieben haben. Und zum anderen in der Instandhaltung. Ihr wisst ja wie das mit Motoren ist. Ein Caravan kann sehr alt werden und die Gefahr des Verschleißes ist geringer als bei einem Wohnmobil oder Van. Wenn man Pro und Contra abwägt, hat ein Caravan auf jeden Fall den Vorteil, dass man ihn auf dem Campingplatz stehen lassen kann und entspannt mit PKW, vor allem kleine verwinkelte Städte erkunden kann. Welche Variante letztendlich besser ist kann ich nicht sagen, ich liebe die Idee sich mit Küche und Bett dorthin zu stellen wo es einem gefällt, das geht mit und ohne Motor.

Ich träume aber schon, davon irgendwann mal so ein cooles retro Wohnmobil zu designen.

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Als du den Caravan gesehen hast, wusstest du gleich wie du was gestalten möchtest oder musstest du dich erst inspirieren lassen?

Sobald ich etwas sehe, was Upcycling-Potential hat kribbelt es in meinen Fingern. Meistens hab ich dann schon die Verwandlung vor Augen. Aber sagen wir mal so: Wer bleibt in einer Welt voller individueller Künstler auf Instagram und co. noch uninspiriert? Als visueller Typ laufe ich ächzend nach Inspiration durch die Welt, genauso freue ich mich darüber selber Inspiration für Andere zu sein. Durch meine kleine Instagramcommunity bin ich auf unfassbar bereichernde Menschen gestoßen. Wir geben uns immer wieder neue Ideen und Motivation, dafür bin ich sehr dankbar!

Bei meinen Projekten liebe ich es im Austausch mit Gleichgesinnten zu sein, habe allerdings zumeist von Beginn an eine Vorstellung in welche Richtung es gehen soll und bin schwierig von meiner Überzeugung abzubringen. Oftmals habe ich ein Bild im Kopf wie ich es haben möchte und suche dann gezielt nach Wegen dieses umzusetzen.

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Was waren die ersten Schritte bei der Umgestaltung?

Der erste Schritt ist besonders schön. ALLES RAUS! Zumindest alles was nicht noch wiederverwertet werden kann. Ihr müsst euch vorstellen, das Ding ist fast 50 Jahre alt und hat schon einige Vorbesitzer und Reisen auf sich genommen. Da finden sich häufig unfassbare Schätze. Sowohl positiv als auch negativ. Ich liebe diesen Schritt, das hat so einen Neuanfang Charakter. Der Caravan bekommt damit buchstäblich ein neues Leben! Die Schritte danach heißen dann, planen, ausmessen, in den Baumarkt fahren und loslegen!

 

Wie lange hast du dir Zeit genommen, um »Harriet« umzubauen?

Als erstes einmal musste ich sofort zugreifen als ich »Harriet« entdeckt habe. Das ich nebenbei noch ein Vollzeit Studium habe und arbeite, hat mich in dem Moment nicht wirklich davon abgehalten. Eine genaue Deadline habe ich deshalb nicht. Allerdings möchte ich schon gerne in diesem Sommer eine große Veränderung sehen. Auch wenn ich voller Tatendrang bin muss ich mich damit zufrieden geben nur wenige Tage in der Woche restaurieren zu können. Und da ich mir antrainiere prozessorientiert zu arbeiten, freue ich mich einfach über jedes Mal wo ich der Sache ein Stück näher gekommen bin.

Außerdem bringt es unfassbar viel Spaß, ich weiß gar nicht wo ich mit meinen ganzen Ideen hin soll wenn »Harriet« fertig ist.

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Was hat dir am meisten Spaß gemacht und was war kniffelig?

Oh das ist schwierig. Ich liebe nahezu alles am Restaurieren. Was mir besonders daran gefällt ist, dass es ein Projekt mit Anfang und Ende ist und dementsprechend eine Vielfalt an Aufgaben mit sich bringt. Angefangen mit der Planung und der Gestaltung, der ständigen Suche nach passenden Materialien und Details und letztendlich der Feinschliff. Das würde ich im übrigen als meine Lieblingsangelegenheit bezeichnen – Das Einrichten zum Schluss. Wenn alles fertig gestrichen und gebaut ist und man dem Ganzen eine Wohnatmosphäre verschafft. Bei Harriet hatte ich aber auch ungemein viel Spaß am festschrauben der Wandverkleidung! Streichen mag ich nicht so gerne. Das ist so langwidrig, weil alles verwinkelt ist und man immer wieder Ecken findet die noch Farbe brauchen. Für die Elektrik hab ich zum Glück einen Profi – mein Papa. Ich habe aber noch die Hoffnung da auch irgendwann mal durchzusteigen.

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Ist Harriet auch fahrbar oder soll er an einer Stelle stehen bleiben?

»Harriet« ist fahrbar und hat hoffentlich ein Leben auf vielen wunderschönen Straße dieser Erde vor sich. Das wünsche ich mir zumindest!

 

Was ist dein Must-have in deinem Caravan?

Fenster! Egal welches Gefährt, es muss sehr viel Licht und Ausblick ermöglichen.

»Harriet« hat vorne und hinten super große aufklappbare Fenster und an den Seiten etwas kleinere. Nichts ist schöner, als im Bett zu liegen und den Ausblick auf unfassbare Naturschönheiten zu genießen. Eine Armlänge zum Kühlschrank und allem was man braucht.

Dachfenster finde ich auch mega cool!

 

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

©Frida Richtung Freiheit

 

Welchen Tipp gibst du »Caravan-Neulingen« bei der Umgestaltung an die Hand?

Also ich achte immer darauf, dass der Caravan dicht ist, keinen Wasserschaden hat und vorzugsweise direkt mit Papieren & TÜV ausgestattet ist. So geht man auf jeden Fall ein geringes Risiko ein. Damit hat man dann 2 Jahre Ruhe, kann mit der Umgestaltung anfangen und im besten Fall einige Monate später davon düsen. Auf die Innengestaltung bezogen, empfehle ich immer sehr viel helle Farben zu benutzen, das hat unglaubliche Auswirkungen auf die Stimmung. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen als einen hellen lichtdurchfluteten Caravan! Ansonsten ist es genauso wie bei der Wohnungseinrichtung, umgibt euch mit Dingen durch die ihr euch wohlfühlt.
Folgt Angela »Frida Richtung Freiheit« bei Ihren Umgestaltungsarbeiten auf Instagram!

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