Der Bulli mit Außenbett

von Katrin
Der Bulli mit Außenbett

Wie wäre es, vom Bulli-Bett aus direkt in den Himmel zu schauen? Wie wäre es sich vom Bett aus die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen? Oder wie wäre es sich einfach nur die Sterne anzuschauen und endlich mal die Chance zu nutzen Sternbilder lesen zu lernen? Wir möchten euch die drei Nordlichter Fabrice, Becci und »Dicker« vorstellen.

 

©Tomorrow we don't know

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Wieso habt ihr euch für einen VW T5 entschieden? Ist es ein Neuwagen?

Da wir erst für ca. 2 Jahre einen T4 mit Hochdach, aber kurzem Radstand hatten, der uns zu klein war und dann ein Wohnmobil mit Alkoven, das uns zu groß war, musste etwas her, was einige Kriterien und Wünsche erfüllt.
Da wir keinen Windsurfstuff mehr haben, dafür aber genug Kitestuff brauchten wir relativ viel Platz. Uns war wichtig, dass wir alles an Material und Zubehör im Auto verstauen können. Wir kauften uns noch einen Wellenreiter. Der musste auch noch im Auto untergebracht werden.

Wir wollten keinen T4 mehr. Die sind uns einfach »zu alt« gewesen was die PS und den elektronischen Schnickschnack angeht. Da muss man dann auch schon wieder so viel an der Karosse machen. Außerdem wollten wir von Anfang an einen Wagen mit etwas mehr PS, damit wir auch nach der Arbeit »mal eben« zu unserer zweiten Heimat (nach Fehmarn) düsen können. Somit fiel ein T4 oder T3 raus. Fabrice wollte auch auf jeden Fall wieder einen VW, da wir wieder einen Bulli haben wollten. Und mal unter allen Van-Besitzern. Ein Bulli is nunmal einfach ein VW mit nem T dahinter 😉

Somit kam nur ein T5 in Frage. Wir haben sehr lange gesucht, da wir mindestens 100PS haben wollten, dann auch noch mit Hochdach und langem Radstand und wichtig war uns auch, dass das Baujahr mindestens 2008 war. Daher hatten wir nicht viel Auswahl. Ein Neuwagen ist der Dicke nicht. Wir wollten auch keinen, bzw. wir konnten uns keinen Neuwagen leisten. Man zahlt ja echt ein Vermögen für die Autos 🙈.

 

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Was sollte man beim Bullikauf beachten?

Generell kann man das nicht so ganz über einen Haufen werfen und die perfekten Aspekte nennen. Es is z.B. so, dass bei den Modellen bis zum T4 die gefahrenen Kilometer nicht ausschlaggebend sind. Man kann sich auch einen mit 200t KM holen. Die Dinger laufen halt einfach.

Worauf wir geachtet haben waren die typischen Roststellen. Diese sind meist an den Radläufen, der Schiebetür und den Heckflügeltüren bzw. Heckklappe. Diese sollten natürlich fast gar nicht vorhanden sein. Am besten ist auch wenn man bei einer Probefahrt die Möglichkeit hat den Bulli einmal von unten anschauen zu können. Achtet dann darauf ob der Bulli im Bereich des Motors »feucht« ist. Das deutet darauf hin, dass er Öl verliert. Das ist immer ziemlich doof, gerade wenn das Öl aus dem Getriebe kommt. Bei der Gelegenheit kann man sich dann auch gleich die Auspuffanlage und die Stoßdämpfer angucken und checken wie weit hier alles verrostet oder wie alt alles ist.

Die Vorgeschichte des Wagens ist auch nicht ganz uninteressant. Unser Dicker z.B. war vorher ein Firmenwagen für eine Firma die Rolltore ausliefert. Da haben wir uns den Innenraum auch mehr angesehen, da wir keine Dellen aus dem Innenraum nach draußen haben wollten.

Wenn Transporter von Firmen genutzt werden sind sie in vielen Fällen oft nicht gut behandelt worden, frei nach dem Motto: »don´t be a Gentel, it´s a Rental«. Man kann vorher noch so viel gecheckt haben und geguckt, entweder hat man Glück oder nicht. Der Dicke hat anfangs ein super Eindruck gemacht und kam vom Händler aber auch wir mussten einiges an Reparaturen machen…

 

Ihr habt den Bus seit 2014 richtig? Baut ihr ihn seitdem aus?

Ja, wir haben den Dicken seit Mitte 2014. Wir haben den ersten Ausbau innerhalb von einem Monat durchgezogen, da wir dann Urlaub hatten und natürlich direkt mit dem Dicken loswollten. Das war ziemlich stressig und wäre fast auch nix geworden, aber nach einigen Nachtschichten und allen Wochenenden beschäftigt mit ausbauen hat es dann ein Glück doch geklappt. Das Ergebnis war ok, aber noch lang nicht ausreichend.

Die Jahre über haben wir ihn immer weiter ausgebaut und verbessert. Den letzten Feinschliff haben wir sogar erst im März dieses Jahres erledigt. Jetzt ist er von innen endlich so wie wir ihn haben wollten. Als nächstes kommen dann die Feinheiten von außen.

 

 

Worauf habt ihr beim Ausbau besonderen Wert gelegt?

Am wichtigsten war uns, dass wir unser 1,40×2,00 m Bett rein bekommen. Somit haben wir alles andere eher drum rum gebaut. Außerdem war uns klar, dass wir einen Kühlschrank und eine Heizung haben wollten. Dies natürlich auf Gas, da wir hiermit im T4 sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Der Stuff sollte wie gesagt komplett ins Auto und somit musste das Bett auch relativ hoch. So kann nun alles unter das Bett. Uns war auch wichtig, dass unsere Kleidung über dem Bett und schnell erreichbar ist. Wir wollten die nassen Neosachen und den Kitestuff auch gern in Behälter packen. Somit haben wir unsere Bettkonstruktion an die Ikea Boxen angepasst und unterm Bett ist alles bis auf die Stühle, den Tisch und den Grill in Boxen verpackt.

Wir wollten den Dicken auch in dem maritimen Stil ausbauen den wir leben. Daher haben wir uns die Mühe gemacht einzelne Holzlatten zuzuschneiden und nachdem alles einmal angebaut war wieder abzubauen und anzumalen. Das war echt ziemlich viel Arbeit und hat auch sehr viel länger gedauert als wir dachten, aber das Ergebnis sieht toll aus und wir sind sehr zufrieden ❤️

 

Ihr habt ein tolle Duschkonstruktion. Wie genau funktioniert sie?

Die ist super einfach 😊 wir haben uns zwei schwarze 20 Liter Kanister von Fritz Berger gekauft. Die waren an sich schon ziemlich teuer, sind aber super, da sie bei Sonne das Wasser aufwärmen. Die Dusche an sich haben wir in einem Stück gekauft. Es ist eine 12V Camping Dusche mit integrierter Tauchpumpe und kostet bei Ebay gerade mal 16€. Die Tauchpumpe ist am Ende des Schlauches befestigt und der Duschkopf am Anfang. Dazwischen ist noch ein Schalter mit dem man den Druck regeln und die ganze Dusche an und aus schalten kann. Diese mobile Dusche funktioniert einwandfrei und man braucht echt nichts größeres oder teureres.

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Und nun zum interessantesten Feature: das Bett! Erzählt doch mal was ihr euch dabei gedacht habt und wie man so eine Konstruktion hinbekommt.

Wir haben bei Instagram ein Bild von einen Bulli mit einem ausziehbaren Bett gesehen. Da haben wir uns sofort gedacht das wir das auch wollen! Wie toll das sein muss, wenn man im warmen unterwegs ist und sein Bett schnell außerhalb des Autos haben kann! Sternenhimmel im Bulli liegend, wer hat das schon?

Dann kam uns die Frage wie genau wir das hinbekommen. Wir haben uns ein paar verschiedene Varianten ausgedacht, aber für alles brauchte man mehr Platz oder eine Konstruktion die man nicht »mal eben« mitbekommt. Somit kam dann doch keine andere Variante in Frage als die, die wir nun haben.

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Wir haben uns eine kleinere Holzkonstruktion gebaut, die aus einem größeren Holzstück, zwei ausklappbaren kleineren Holzstücken und zwei Seilen dran besteht. Zuerst befestigen wir die Seile, an deren Ende Karabiner sind, oben an unserem Auto. Hierfür benutzen wir die Halterungen oben, die die Hecktüren halten. Danach befestigen wir die kleinen Holzstücke am Ende unseres Bettes. Hierfür haben wir Halterungen benutzt, die man mit einem kleinen Stab verbinden und auch wieder lösen kann.

Wenn das alles aufgebaut ist können wir das Bett einfach rausziehen. Dann haben wir zwar vorne im Auto eine Lücke, aber durch die Holzkonstruktion können wir leicht hinaufsteigen.

 

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Wenn ihr den Bus noch einmal ausbauen würdet, würdet ihr etwas ändern?

Wir haben den Ausbau schon einmal geändert. Am Anfang hatten wir hinten an den Flügeltüren einen großen Kasten über die ganze Breite. Dann wollten wir aber den Wellenreiter mit ins Auto packen und haben den Kasten aufgeteilt. Nun haben wir zwei kleinere Kästen rechts und links vom Auto.

Sonst würden wir eigentlich nichts ändern. Durch unsere vorherigen Autos wussten wir sofort, was wir brauchen und wie es gebaut werden muss.

 

Ihr kitet und surft, wo bringt ihr die ganzen Spielsachen denn unter?

Wir haben für die Kites, die Neos und die Trapeze jeweils andere Boxen. Die Boxen sind von Ikea. Diese halten die Feuchtigkeit drinnen, ohne dass man groß irgendwas verschließen muss.

Die Kites sind in zwei großen Boxen, die Neos in flacheren Boxen darüber verpackt. Für die Trapeze und die Boots von Fabrice haben wir nochmal eine extra Box, da die Sachen immer so mega nass sind.

Man muss die Sachen und die Boxen zwar öfters mal richtig durchtrocknen lassen, aber das ist es wert die Feuchtigkeit nicht im Auto zu haben.

Den Wellenreiter haben wir unter der Decke angebracht. So haben wir zwar weniger Stehhöhe, aber die Gefahr das wir den Wellenreiter unterm Auto beim losfahren vergessen ist so nicht gegeben. Wir haben ihn mit einem Tau und vier Ösen an den Dachholmen fest gemacht. Das Ende vom Tau wickeln wir hinten wie ein Schiffstau fest.

 

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Wohin soll euer nächster Trip gehen?

Wir wollen jetzt als nächstes nach Sizilien. Hierfür haben wir diesmal »nur« zweieinhalb Wochen eingeplant. Mal sehen wie das alles klappt. Diesmal kommen drei andere Bullifreunde noch mit. Wir sind gespannt auf die Fahrt mit der Fähre und ob wir dort den Kitespot finden von dem alle reden.

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