KörmiKörmet der ultimative Multifunktionsminiaturbus

von Katha
KörmiKörmet der ultimative Multifunktionsminiaturbus

Er ist weder Bus noch Kastenwagen. KörmiKörmet ist ein multifunktionales geschrumpftes Transportmobil. Ausgebaut von Körmi. Was als Bachelorprojekt begann wurde zu einem wunderschönen Abenteuer.

 

Wieso hast du dich für ein so kleines Auto entschieden?

Aus verschiedenen Gründen. Einerseits sollte es ein nachhaltiges, ökonomisches und herausforderndes Uniprojekt werden. Andererseits wollte ich ein Auto mit dem auch ich mit meinen überaus grandiosen Fahrkünsten problemlos einen Parkplatz finde und damit nicht direkt als Camper auffalle. Die, wie zusammengeschrumpfte VW Busse aussehenden, Minivans ließen mein Herz schon immer höher schlagen. Eines Abends, zurück in Deutschland, dachte ich mir dann, warum eigentlich nicht und machte mich bei Ebay Kleinanzeigen auf die Suche nach so einem Spielzeugauto. Danach ging alles ganz schnell und ehe ich es mir noch einmal anders überlegen konnte, stand der kleine orangefarbene Flitzer ausbaufähig in unserer Garage.

 

©Körmi

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Du hast aus deinem Van ein wahres Platzwunder geschaffen. Was ist alles drin (Bett, Küche…)?

Multifunktionen machen den engen Raum zu einem Platzwunder. Im geschlossen Zustand ist der Minivan Schlaf- und Wohnzimmer. Durch Klappen /Ziehen/Schieben können aus dem Bett zwei Sitzgelegenheiten und aus dem Multifunktionsregal ein Tisch gebaut werden. Beim Öffnen des Minivans kann unter der Heckklappe dann eine Küche aus dem Regal ausgezogen und mit Teilen des Bettes ein Ess-»zimmer« angebaut werden. Seitlich befindet sich mein »Badezimmer«, eine an dem Dachträger befestigte Duschvorrichtung.
 

 

Passt wirklich alles rein oder bist du einfach gut darin, nur das Wichtigste mitzunehmen?

Es passt wirklich alles rein und sogar noch mehr.  Ich bin selbst immer wieder verblüfft was alles Platz findet. Im Moment habe ich sogar noch mein ganzes Nähzeug an Board und oft sind wir auch zu zweit unterwegs. Das wird dann zwar eng und sehr kuschelig aber geht auch ganz gut wenn man sich mag. Natürlich wäre etwas mehr Platz schön um sich selbst beispielsweise beim Schlafen etwas entfalten zu können oder auch mal indoor zu kochen. Aber an sich ist alles dabei was man so für ein glückliches Leben braucht. Unterwegs wird einem bewusst, dass das eigentlich ganz wenig ist.

 

Wie bist du bei dem Ausbau vorgegangen und hast du dich irgendwo inspirieren lassen?

Das Projekt wurde spontan zu einem Teil meiner Bachelorarbeit in Architektur mit dem Thema »Minimal Mobil – mobiles Wohnen auf engstem Raum«. Somit konnte ich mich intensiv mit dem Thema und der Planung auseinandersetzen.
Ich habe in dieser Zeit sehr viel recherchiert und mich von verschiedenen Selbstbauprojekten, renommierten Camperausbaufirmen, Tinyhouseprojekten und alternativen Wohnformen inspirieren lassen. Oft habe ich mich auch einfach in das leere Auto gesetzt, skizziert, gegrübelt und stundenlang Akrobatikübungen gemacht um die beste Raumaufteilung herauszufinden. Dann habe ich Freunden und Fachleuten meine Ideen vorgestellt und nach Rat gefragt.
Letztlich habe ich mich für den engen Raum meines Piaggio Porters dann für eine Multifunktionslösung entschieden, die je nach Klappzustand der Bestandteile andere Räume schafft. Davon habe ich Pläne gezeichnet und Materialien abgewägt. Die Konstruktion sollte leicht und einfach selbst zu bauen sein, deshalb auch 3-Schichtplatten aus Fichte. Nach einigen Besuchen im Baumarkt habe ich dann einfach losgelegt und während dem Ausbau noch einige planerische Anpassungen gemacht.
 
©Körmi

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Hast du alles selbst ausgebaut oder hattest du Hilfe?

Ich habe alles selbst geplant und hatte dann bei dem Ausbau Unterstützung von einem befreundeten Schreiner, so dass jetzt alles auch wirklich stabil ist und nicht nur gut aussieht. Dabei konnte ich selbst noch viel lernen. Meine Familie hat mir auch sehr geholfen. So hat der Ausbau noch mehr Spaß gemacht. Am Liebsten würde ich direkt noch einen Van ausbauen, soviel Spaß hat es mir bereitet.

 

Was sind deine Verstauungstipps?

Gerade auf so einem engen Raum und für eine Chaotin wie mich ist es super wichtig ein gutes Ordungssystem zu haben. Möglichst viele kleine Fächer und Ablagemöglichkeiten helfen dabei Ordnung zu halten und allem seinen eigenen Platz zuzuschreiben. Dabei hilft es sich zu überlegen was man täglich braucht und was nur gelegentlich und die Dinge dann nach diesem Ranking mehr oder weniger zugänglich  zu verstauen. Nach ein paar Tagen unterwegs findet aber meist alles ganz automatisch seinen Platz und man findet heraus, was man wirklich braucht und was das nächste Mal auch zuhause bleiben kann.

 

©Körmi

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Welchen Tipp gibst du Van-Neulingen zum Ausbau?

Lasst euch inspirieren. Es gibt im Internet so unglaublich viele tolle Camperausbauten. Davon sucht man sich dann einfach zusammen was einem gefällt und wendet das auf seinen eigenen Campervan an. Dabei ist es sehr hilfreich sich im Vorhinein einen guten Plan zu machen. Das macht die Materialbeschaffung und die Umsetzung um einiges einfacher. Und vor allem -do it yourself!- der Ausbau macht soviel Spaß und es gibt nichts schöneres als in dem selbstgebauten Eigenheim loszuziehen. Auch wenn es an einigen Ecken und Enden nicht ganz passt. Ach und zu klein gibt es nicht, mit etwas Kreativität lässt sich in fast jedes Gefährt mindestens ein Schlafplatz bauen.

 

Würdest du dich wieder für Körmet entscheiden oder hättest du gerne doch was Größeres?

Eigentlich heißt er ja TollPatscho. KörmiKörmet kommt von meinem Spitznamen und ist der Name meines Labels. TollPatscho klingt etwas bescheuert ich weiß, aber er ist einfach ein toller Patscho (Piaggio) und ich bin super zufrieden mit ihm. Für diese Reise und Lebensabschnitt ist er perfekt… Natürlich schaue ich bei Regen und schlechtem Wetter oft neidisch zu Nachbarn mit größeren Gefährten. Vor meiner Abreise wollte ich eigentlich auch nur für zwei bis drei Monate in dem Minimal Mobil unterwegs sein und es dann wieder verkaufen. Mittlerweile bin ich schon über ein halbes Jahr unterwegs und bin unzertrennlich und schwer verliebt in mein kleines Eigenheim. Vielleicht bekommt er ja irgendwann mal einen großen Bruder…
 
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Du hast eine super coole Duschkonstruktion – erzähl uns etwas darüber!

Dankeschön 🙂 Auf die werde ich tatsächlich ziemlich oft angesprochen obwohl sie eigentlich ganz einfach ist. Ich habe PVC Rohre mit einem Durchmesser von 10cm aus dem Baumarkt als Dusche umfunktioniert und einen Gartenschlauchanschluss daran gebastelt.In der Sonne heizt sich das Wasser dann auch etwas auf und die ca. 10 l Wasser reichen um sich nach dem Surfen mit frischem Wasser abzuspritzen. Man könnte die Konstruktion auch mit Pumpe, schwarzer Farbe oder einem richtigen Duschkopf verbessern. Für mich reicht aber diese einfache Variante und kann wirklich von jedem super leicht und günstig am Campervan angebracht werden.
 
©Körmi

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Und Surfbretter? Passen die aufs Dach?

Aufs Dach und sogar ins Auto rein. Mein kleines Brett habe ich eigentlich immer im Auto unter dem Dach. Vor ein paar Monaten habe ich mir einen Traum erfüllt und mir zusätzlich ein Longboard angeschafft, dieses habe ich normal oben auf dem Dach. Es passt aber mit seinen 9,2ft auf den Milimeter genau gerade noch so in den Minivan. So dass ich es auch mal Wegsperren kann wenn ich den Kleinen länger verlasse.

 

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