Pidi – ein VW T4 aus dem hohen Norden

von Katrin
Pidi – ein VW T4 aus dem hohen Norden

Pidi ist ein VW T4. Vom Transporter für Rollstuhlfahrer umfunktioniert, wurde er zum gemütlichen Heim für Sarah und Finn.

 

Hey Sarah, hey Finn, stellt euch doch erstmal kurz vor:

Wir sind Finn (35), Architekt und Tischler und Sarah (33), Kunsttherapeutin und leben beide in Hamburg. Finn ist Nordfriese und Sarah kommt aus München. Daher war Finn als Kind viel am Deich unterwegs und Sarah in den Bergen. Nun erkunden wir den Rest der Republik und Europas mit unserem Van Pidi.

 

 

Ist das euer erster Vanausbau?

Ja, das ist unser erster Vanausbau und es war dementsprechend sehr aufregend. Uns fallen aber immer wieder Kleinigkeiten auf, die wir noch ändern und verbessern wollen. Somit fühlt es sich manchmal an, als ob wir immer noch nicht ganz fertig sind.

 

Warum habt ihr euch für einen VW Bus entschieden und ist es ein Neuwagen?

Wir haben ewig nach einem Bus gesucht – am Ende war es dann ein VW T4 Bus, auch weil VW Busse als allgemein langlebig und robust gelten. Zudem träumte Sarah von einem solchen VW Bus, seit sie ein Kind war.

Der Bus ging 2001 vom Band und wir haben ihn 2017 gebraucht gekauft. Ursprünglich war es ein Transportbus für Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Dadurch war der Kilometerstand nicht allzu hoch und der Bus in einem guten Zustand, was Motor und Karosserie betrifft.
 


 

Wie lange hat der Ausbau gedauert und was waren die größten Schwierigkeiten?

Der Ausbau hat inklusive Planung ca. fünf Monate gedauert. Richtige Schwierigkeiten gab es im Grunde nicht wirklich.
Da wir jedoch nur am Wochenende und meist vor der Haustür von Finns Wohnung bauen konnten, war ein durchgehendes Ausbauen nur bedingt möglich. Das Ein- und Auspacken von Werkzeugen und Material, die neugierigen, fragenden Nachbarn, die ständige Flucht vor eifrigen Politessen und dem schlechtem Wetter, hat gefühlt mehr Zeit gekostet als der Ausbau selbst. Ab und zu konnten wir bei einer befreundeten Tischlerei in Hamburg und bei Finns Eltern in Nordfriesland in deren Werkstatt tätig werden (ohne diese Hilfe würden wir wohl immer noch am Straßenrand stehen).
Am Ende des Ausbaus mussten wir unter großem Zeitdruck arbeiten, da wir noch zwei Tage vor Abfahrt zu unserem ersten Roadtrip nicht fertig waren. Das war dann schon etwas nervenraubend.

 

Worauf seit ihr besonders stolz?

Wir sind auf zwei Dinge besonders stolz: zum einen, dass wir es tatsächlich getan habe (den Bus zu kaufen und auszubauen) und zum anderen dass der Ausbau so einzigartig geworden ist. Die Planung von Finn ist total aufgegangen und am Ende ist der Bus noch viel schöner geworden, als wir es uns zuvor erträumt hatten. Wir haben uns von der ersten Nacht an total wohl gefühlt im Bus und jede Nacht ist ein Erlebnis, gerade auch weil er so gemütlich ist. Unsere Fenster, durch die wir aus alle Seiten nach außen sehen können sind auch eine weitere Besonderheit und machen das Schlafen und Entspannen in der Natur zu einem ganz besonderen Erlebnis.
 

 

 

Was war für euch in Hinblick auf den Innenausbau besonders wichtig?

Uns war schnell klar, dass wir einen Bus wollen, in dem wir stehen können, besonders weil Finn mit 1,94 cm ziemlich groß ist. Da hätten wir in einem Bus, in dem man nur sitzen kann, wenig Spaß gehabt. Zudem haben wir sehr auf Doppelnutzung geachtet, um Platz zu sparen. Wir haben einen Klapptisch fürs Bett, der gleichzeitig die Klappe von einer Sitz- und Materialbox ist. Das Bett lässt sich auch als Sofa nutzen, mit Ausblick aus den beiden hinteren Flügeltüren. Unsere Schublade mit Kühlbox lässt sich als Tisch nutzen. Die Küchenelemente lassen sich mit einem Handgriff nach hinten versetzen, so dass wir eine Außenküche habe. Die Auszüge hinten lassen sich als Sitzbank, Tisch und Außenküche nutzen.
 


 

Was war euch bei der Materialauswahl wichtig?

Wir haben uns bemüht leichtes Holz zu verwenden, das dennoch stabil und schön ist. Am Ende ist es dann Multiplex mit Melaminbeschichtung für die Küche und geöltes Sperrholz aus Fichte für die übrigen Einbauten geworden.
Zudem haben wir sehr darauf geachtet, so viel natürliches Material, wie nur möglich zu verwenden.

 

 

Wo soll die nächste Reise für euch hingehen?

Das Schöne am Vanleben ist ja, die Reiseziele spontan festzulegen. Je nach Wetter entscheiden wir uns dann auch dieses Jahr wieder – im Prinzip immer der Sonne hinterher. Dieses Jahr treibt es uns hoffentlich nach Griechenland und je nach Wetterlage in den Norden nach Dänemark und Schweden.

Alle Fotos: © Sarah und Finn
 
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