Vom Transporter zum gemütlichen Campervan

von Katrin
Vom Transporter zum gemütlichen Campervan

Wer träumt nicht von einem Campervan, der einfach gut aussieht und noch dazu alles beinhaltet was man für einen Roadtrip braucht?
Wie lange es dauert und was man alles für einen Umbau von einem normalen Transporter zu einem deluxen Campervan machen muss, erzählen uns Christina und Simon.

 

Stellt euch doch erst mal kurz vor:

Wir sind Christina (29) und Simon (26) und wohnen mittlerweile seit zwei Jahren zusammen in Hamburg. Christina hat Industriekauffrau gelernt und arbeitet in einem Handelsunternehmen im Vertrieb. Simon ist gelernter Mechatroniker und arbeitet in einer Maschinenbaufirma. Christina ist der Kreative-Deko-Kopf und Simon ist einfach ein Naturtalent in Sachen Konstruktion und Handwerk. Unsere freie Zeit verbringen wir am liebsten mit unserem »home on wheels« am Wasser. Sobald Wind aufkommt, findet man uns mit unseren Kites auf dem Wasser.

 

 

Wie kam es zu der Entscheidung, einen Van komplett auszubauen und sich keinen fertigen zu kaufen?

Nachdem wir drei Jahre fast jedes Wochenende und einige längere Urlaube mit Christina’s selbstausgebauten VW T5 unterwegs waren, wurde uns klar, es muss etwas »Größeres« her! Durch unsere vorherigen Busse, hatten wir einige Vorstellungen, was ein neuer Van alles mitbringen soll. Für Christina war klar, ein »fertiger« Van kann Optisch schon mal überhaupt nicht mit einem Selbstausbau mithalten. Einige Monate mit intensiven Recherchen bezüglich Kosten vergingen. Lange Gespräche mit den erfahrenen Wohnmobil-Eltern folgten … und am Ende war uns einfach klar, trotz einer »langen und anstrengenden« Ausbauphase, wollen wir dieses Projekt aufgrund der gesparten Kosten zusammen als Paar durchziehen und dokumentieren.

Euer Ausbau sieht mehr als professionell aus. Lohnt sich der Ausbau finanziell im Vergleich zu einem fertigen ausgebauten Wagen, wie zum Beispiel einen Pössl?

Nach langen Kostenaufstellungen unserer »Must haves«, hat sich schnell herausgestellt, das sich ein Selbstausbau finanziell definitiv lohnt (die Arbeitsstunden darf man natürlich nicht mit einbeziehen). Wir haben uns für sehr hochwertige Komponenten und Materialien entschieden und liegen trotzdem noch deutlich günstiger als bei einem fertigen Einsteiger-Ausbau wie zum Beispiel von Pössl. Die Qualität ist nicht zu vergleichen.

 

 

Wieso habt ihr euch für einen Fiat Ducato entschieden?

Da für uns sofort klar war, dass wir ein festes Bett und eine separate Sitzecke im Van haben möchten, kam platztechnisch nur der Ducato (Peugeot Boxer / Citroen Jumper) in Frage. Denn dieser ist mit 205cm der breiteste Transporter auf dem Markt und das Bett kann quer eingebaut werden.

Seit Sommer 2017 baut ihr euren Van aus – habt ihr damit gerechnet, dass es so lange dauern wird?

Christina: Nein! »lach«. Ich habe viele Arbeitsschritte wie Elektrik, Gas- und Wasserinstallation nicht so zeitintensiv eingeplant. Mein vorheriger Bulli hatte solche Komponenten nicht und ich konnte die Intensivität nicht einschätzen.
Simon: Ja! Meine Planung war, dass der Wagen zur Saison 2018 fertig sein wird und mit dieser Einschätzung lag bzw. liege ich ganz gut. Wenn wir zwischendurch aufgrund des finanziellen Aspekts nicht hätten pausieren müssen, wäre unser »ducatohome« schon fertig (also waren wir doch recht fix).

 

 

Was ist euch beim Ausbau wichtig?

Uns war wichtig, dass der Van eine praktische Aufteilung hat, dass keinerlei Umbauten stattfinden müssen (wie z.B. ein Bett bauen) und wir genug Stauraum für unser ganzes Material haben. Nach vielen kalten Herbst, Winter und Frühjahrsnächsten, sollte eine Standheizung auch nicht fehlen.

Dämmung, Elektronik und all die Technik. Woher nehmt ihr die Expertise für den Ausbau?

Simon ist technisch und handwerklich sehr versiert und es fällt ihm nach drei Bulli-Ausbauten nicht mehr allzu schwer, gewisse Dinge umzusetzen. Zudem hatten wir in unserem diesjährigen »Sommerurlaub« und dutzenden Wochenenden super familiäre Unterstützung und einige helfende Hände. Danke an dieser Stelle!

 

 

Baut ihr euch noch eine Nasszelle/Toilette in den Van? Wenn nein, warum nicht?

Das war vor dem Ausbau auch ein großes Thema bzw. Frage! Wir wollten zuerst ein komplettes Bad einbauen, haben uns dann aber doch wegen Aufwand und Platz dagegen entschieden! Wenn wir an den Wochenenden unterwegs sind, haben oder finden wir immer ein Plätzchen zum Duschen und um aufs Klo zugehen. Wenn der Wagen jetzt demnächst richtig in Benutzung ist, wird sich zeigen wie wir ohne Toilette zurecht kommen. Duschen können wir im Sommer draußen – wir haben eine Aussendusche gebaut.

Euer Wagen sieht tip top aus. Was war euch bei der Materialauswahl wichtig?

Auch hier haben wir uns vorher sehr lange im Internet belesen und informiert. Einige gewisse Vorkenntnisse waren durch die anderen Autos vorhanden, welche wir zum Beispiel bei der Dämmung genauso umgesetzt haben. Der Van sollte eine gemütliche Atmosphäre erhalten, weshalb wir uns auch wieder für Stoff an den Wänden entschieden haben. Das Holz für die Möbel sollte möglichst robust, resistent gegen Feuchtigkeit und gut zu bearbeiten sein. Letztendlich sind wir bei Melaminharz beschichtetem Multiplex gelandet (Preis-Leistung stimmt!). Dieses hat für uns den Vorteil, dass es schon weiß beschichtet ist und wir nach den ganzen Maßeinpassungen nicht noch alles streichen müssen.

 

 

Was sind die nächsten Schritte beim Ausbau?

Als nächstes ist die Fertigstellung der Elektronik, sowie der dafür vorgesehene Schrank an der Reihe. Dann kommen noch »Kleinigkeiten« wie eine Besteckschublade für die Küche, ein kleines Gewürzregal soll noch entstehen und die Verkleidung zum Fahrerraum, sowie eine zweite Drehkonsole. Wenn 2018 wieder Geld über ist, wollen wir eine Solaranlage auf dem Dach installieren.

Wo soll die erste große Reise für euch hingehen?

Der Juli 2018 wird in Portugal verbracht ☺

Danke und liebe Grüße von Christina und Simon.

Alle Fotos: © Christina und Simon

 

Verfolgt Christinas und Simons Vanausbau:
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